🚌 Cusco -> Puno

ÂĄAy caramba! – schon wieder so frĂŒh aufstehen. Auf uns wartet eine 10-Stunden-Fahrt von Cusco nach Puno. Die Stadt Puno liegt am Titicacasee im SĂŒden des Landes. Dazwischen werden wir bei ein paar Stationen stehen bleiben und uns vom englischsprachigen Guide etwas zeigen lassen.

Vom Hotel gibt es einen ganz kurzen Transfer zu einer Reisebusgarage. Nur noch zwei der Tourkollegen der letzte beiden Tage fahren mit uns gemeinsam weiter. Der Rest der Leute hat andere PlÀne oder reist schon wieder nachhause.

Unser Reisebus hat gemĂŒtliche Sitze und die Beinfreiheit ist wunderbar. Trotz des Komforts sind zehn Stunden immer noch zehn Stunden auf peruanischen Straßen mit Serpentinen, Schlaglöchern und vielen anderen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten.

Andahaylillas

Wer sich denkt „Mensch, das komische Wort kommt mit bekannt vor“, weil er die letzten BeitrĂ€ge gelesen hat, der tĂ€uscht sich nicht. Hier waren wir mit unserem Privatguide Cesar schon. Bei diesem Besuch mĂŒssen wir den Eintritt fĂŒr die Kirche nicht extra bezahlen. Er ist im Tourpreis schon inbegriffen. Deswegen gehen Bernie und ich nun auch mit, um das Innere zu sehen. Die Gruppe hat sich in zwei geteilt. Eine wird auf Spanisch kommentiert und die andere auf Englisch. Bernie und ich sind bei den Englischsprachigen dabei, Eva und Andi bei den anderen.

Es ist wie in allen Kirchen in Peru verboten, im Inneren Fotos zu machen. Diese Kirche hat sich deshalb etwas einfallen lassen, die Besucher nicht komplett leer ausgehen zu lassen. Man bekommt beim Hineingehen eine CD mit Bildern in einer kleinen BroschĂŒre mit Infos.

Die Kirche hat fast vom Boden weg schön bemalte WĂ€nde. 90 % sind original erhalten und nur zehn wurden restauriert. Die Decke ist vollflĂ€chig im selben Muster von vorn nach hinten bemalt. Es fĂ€llt sofort auf, dass alles prunkvoll mit Gold verziert ist. Es ist in diesem Fall echtes Gold, das glĂ€nzt – 18 Karat. Die Kirche hat zwei Orgeln, die 400 Jahre alt sind und immer noch jeden Samstag und Sonntag gespielt werden.

Jetzt haben wir das auch gesehen. Bevor‘s weitergeht, kaufen wir uns an einem Straßenstand ein Inca-Kola. Ohne dem geht nix. Wieder rein in den Bus und weiter.

Checacupe

Der Ort stand auf dem Plan, haben wir aber – warum auch immer – ausgelassen.

Raqchi

Unser Bus hĂ€lt in einer Stadt, die berĂŒhmt fĂŒr ihre Keramik ist. Das Stoob Perus. Es stehen neben einem bewohnten Dorf viele Ruinen einer Stadt, die schon vor der Inka-Ära erbaut wurde. ArchĂ€ologen schĂ€tzen die damalige Gesamteinwohnerzahl auf gesamt 3.000 Einwohner. Am Dorfplatz ist ein Markt aufgebaut, durch den wir zuerst durchschauen können. Dann beginnt unser Guide Christian mit der FĂŒhrung.

Er fĂŒhrt uns durch die Ruinen und erklĂ€rt, dass diese Stadt sehr reich an Nahrungsmitteln war. Damals war das der Inbegriff von Reichtum. Denn das Gold, mit dem sie ihre Tempel verzierten und ganze WĂ€nde einhĂŒllten, war nur eine glĂ€nzende Farbe fĂŒr die Quechua. Um diese Nahrungsmittel zu konservieren, wurden sie getrocknet und danach eingelagert.

Als Lagerort dienten runde Speicher mit acht Metern Durchmesser, die dicht nebeneinander gebaut wurden. Das Dach war kegelförmig gebaut und dicht mit Gras gedeckt, wie es fĂŒr die Inka typisch war. Wieder gab man bei der Lagerung der Lebensmittel auf die ausreichende BelĂŒftung acht und machte deswegen kleine, trapezförmige Fenster in das Silo.

Gegen 11:15 Uhr verlassen wir den Ort und fahren zu einem Restaurant, wo wir Buffet essen können. Das Essen schmeckt gut und am Tisch unterhalten wir uns gut mit den beiden Kanada-Filipinos, die uns die letzten beiden Tage auch schon begleitet haben. Ihr Sohn ist der EisschnelllĂ€ufer Gilmore Junio und wird heuer bei den Olympischen Spielen in SĂŒdkorea teilnehmen. Wir werden das im Auge behalten.

La Raya

Auf vier RĂ€dern bewegen wir uns durch die malerischen TĂ€ler Perus. Wir haben einen Island-Flashback, weil die hohen, gelbgrĂŒnen Berge rund um uns keinen einzigen Baum oder Strauch auf sich stehen haben. Andi deutet von der anderen Busseite zu mir mit seiner Uhr herĂŒber. Er hat einen Höhenmesser drauf und dieser zeigt, dass wir die 4.000 Meter Grenze geknackt haben.

La Raya ist ein Pass auf 4.330 Metern. Wir haben zehn Minuten Zeit, Fotos zu machen. Vor uns gibt es noch höhere Berge, die sogar SchneehĂ€ubchen haben und natĂŒrlich warten die SouvenierverkĂ€ufer.

Pukara

In Pukara steigen wir aus dem Bus aus und gehen in ein Museum. Das einzige, was ich mitbekomme ist, dass Alpakas und Lamas vom Menschen aus Vicunjas und anderen Neuweltkameliden gezĂŒchtet wurden. Die Ruinen von Pukara schauen wir uns nur auf einem Poster an.

Aja! Da war noch etwas. Und zwar haben die Peruaner oft zwei kleine Ton-Bullen am Dach stehen. Sie stehen fĂŒr Starke, Schutz, GlĂŒck und Fortschritt und sollen den Bewohnern des Hauses genau das bringen. Bullen wurden von den Einwohnern des Landes noch lange vor Lamas oder Alpakas als Nutztiere verwendet und sind deswegen das Schutztier der Wahl.

Nun trennen uns nur noch zwei Stunden Busfahrt von unserem Ziel, der Stadt Puno. Die Busfahrt war so spannend, wie eine so elendslange Busfahrt spannend sein kann. Wenn spĂ€ter nicht weiß Gott was Großartiges passiert, war das bis jetzt der ruhigste Tag der Peru-Reise.

Puno

Wir haben es geschafft!! Unser Bus rollt in Puno ein und navigiert durch die schachbrettartig angelegten Gassen zum Busbahnhof. Eine Person wartet bereits in der Ankunftshalle auf uns. Er bringt uns zu einem Taxi, das uns vier BurgenlÀnder und die zwei lieben Kanadier ins Hotel bringt.

Das was wir von Puno gesehen haben – beim Fahren der paar Meter durch die Stadt – ist hĂ€sslich. BacksteingebĂ€ude ohne Fassade prĂ€gen das Stadtbild. Diese HĂ€user sind fern der inkaisch exakten Baukunst hingestellt.

Unser Hotel ist super! Alles sauber aber ein bisschen kalt. Wir können das Raumklima aber mit einem Heizstrahler regulieren, wie schon zuvor im Hotel in Cusco. Kurz nach dem Beziehen der Zimmer gibt es in der Lobby eine Besprechung mit unserem Reiseleiter. Er erklĂ€rt uns, wie der morgige Tag ablĂ€uft und ist dabei komplett entspannt. So einen Guide hĂ€tt‘ ich mir fĂŒr die letzten Tage und Stunden auch gewĂŒnscht. Leider ist er nur fĂŒr die organisatorischen Angelegenheiten zustĂ€ndig und wird morgen nicht mit uns unterwegs sein.

Eva, Bernie, Andi und ich suchen eines der beiden Lokale, die uns der Guide vorgeschlagen hat. Draußen regnet es nicht nur, es hagelt sogar! Doch wĂ€hrend wir die ersten Schritte machen, hört wenigstens der Hagel auf. Das Lokal ist rasch gefunden und wir lassen die vergangenen Tage bei gutem Essen, Pisco und Bier revue passieren.

3 Gedanken zu „🚌 Cusco -> Puno“

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