🇵🇪 Von 0 auf 3.400 in 24 Stunden

Ich befinde mich nun im letzten Land meiner Reise und kann kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Der Flug nach Peru war ganz OK. Am Flughafen in Lima besorge ich mir gleich eine SIM-Karte und setze mich danach in eine Bar. Nach einer viertel Stunde setzt sich eine Amerikanerin neben mich. Susanne kommt aus Texas und ist pensionierte Lehrerin. Während ich gemütlich zwei Bier trinke, trinkt Sie fünf.

Nach fünf Stunden Wartezeit dürfen wir endlich boarden und der kurze Flug von einer Stunde bringt mich endlich nach Cusco. Ich bin sehr schnell aus dem Flughafen draußen, da ich nur mit dem Handgepäck unterwegs bin. Draußen dann die große Überraschung! Bernie, Eva und Andi sind gekommen, um mich abzuholen. Alle drei sind extra so früh aufgestanden, um mich um 05:30 vor dem Flughafen zu empfangen. Sie haben ein Taxi organisiert, dass uns zu unserem Hotel bringt.

Vor kurzem war ich noch auf Meereshöhe und jetzt befinde ich mich auf 3.400 Höhenmeter. Mein Körper wird schon bald beginnen, mich dafür zu hassen. Das Zimmer ist gemütlich und absolut ausreichend ausgestattet. Bernie und ich haben wieder einmal getrennte Betten, wobei ihr bei der Auswahl vor drei Tagen nicht aufgefallen ist, dass meines ein bisschen breiter ist. Wunderbar! Bernie, Eva und Andi sind schon vor drei Tagen angereist und haben in der Zwischenzeit die Umgebung in Form von Tagestouren zu den Sehenswürdigkeiten erkundet. Sie schildern mir beim Frühstück ihre bisherigen Erlebnisse. Für heute steht auch schon eine Tour am Programm, die glücklicherweise erst um 13:00 Uhr beginnt. Das gibt mir Zeit, noch ein wenig zu schlafen, da ich schon sehr lange unterwegs bin.

Noch immer müde von der Anreise, gehen wir zu Mittag am Plaza de Armas essen. Die drei kennen das Lokal schon und befinden es für gut. Sie haben recht! Meine Tacos schmecken super und das berühmte Inca-Kola ist nicht so schlecht! Schon jetzt bin ich mir sicher, dass ich mit dem Essen in Peru mehr Freude als in Costa Rica haben werde. Die Peruaner verwenden ordentlich Gewürze und das hat mir in Samara gefehlt.

La Catedral de Cusco

Wir treffen unseren Tourguide und die anderen Teilnehmer vor der Kathedrale am Plaza de Armas. Hier beginnt auch gleich unsere Tour. Die Peruanerin Liz spricht gut Englisch und vermittelt uns die Geschichte der Kathedrale und die der spanischen Konquistatoren im Schnelldurchlauf. Leider ist es uns nicht gestattet, Fotos im Inneren zu machen. Ihr müsst euch viel Vergoldetes und auch silberne Verzierungen in Kombination mit dunklen Hölzern und hohen Steinbögen vorstellen.

El Templo de Coricancha

Coricancha liegt auch in der Stadt Cusco, nur einen kurzen Fußmarsch von der Kathedrale entfernt. Dieser Tempel war einer der wichtigsten Inkatempel seinerzeit. Leider hat er die Zerstörungswut der Spanier nicht überstanden.

Lediglich ein paar Ecken des Originals stehen noch. Anhand der Mauerreste zeigt uns Liz die unheimlich präzise Baukunst der Inka.

Qenqo

Wir werden in einen Kleinbus gesetzt, da sich die nächste Sehenswürdigkeit außerhalb der Stadt befindet. Quenqo ist einer von vielen heiligen Orten, die direkt an auffälligen Steinformationen angelegt wurde. An solchen Stätten hat man Opfer gebracht – darunter auch Menschen. Die Menschenopfer wurden zu Beginn in einem Rauschzustand versetzt und danach getötet. Noch am selben Ort hat man sich um die Mumifizierung gekümmert.

Saqsaywaman

Nicht weit entfernt und daher schnell mit dem Kleinbus erreichbar ist „Sexy Woman“. Die ehemalige Festung wurde wie so vieles auch von den Spaniern zerstört. Doch was noch steht ist trotzdem beeindruckend. Aus riesigen Felsen, die präzise bearbeitet wurden, hat man die Mauern gebaut.

Wir gehen ein paar Stufen nach oben und kommen zu einem Aussichtspunkt, wo man einen wunderschönen Ausblick auf Cusco und die umliegenden Hügel hat.

Am 24. Juni wird hier das Sonnenfest gefeiert. Für Touristen ist das eine kostspielige Veranstaltung, da der Eintrittspreis bereits bei 120 Euro liegt und jährlich nach obenhin angepasst wird. Sehenswert wäre es aber auf alle Fälle.

Tambomachay

Wir fahren zu einem Naherholungsort der Inkas. Am Weg vom Parkplatz zu den Wasserrinnen haben, wie an allen Touristen Hot-Spots, die Händler ihre Stände aufgeschlagen und möchten ihre Waren an die Besucher verscherbeln. Pullover, Schals, Hauben und Handschuhe, sowie Schnitzereien, Kaffee, Tee und Süßigkeiten zu „unschlagbaren“ Preisen.

Vor langer Zeit kamen die Menschen hierher, um Bäder zu nehmen. Sie versprachen sich vom heiligen Wasser auch ewige Jugend und besondere Fruchtbarkeit. Das Wasser wird aus einem See in der Nähe gespeist, aber wie genau die Ingenieure die Leitungen dafür konstruiert haben und wo sie sich befinden ist noch immer ein Rätsel.

Comunidad

Endstation ist der Verkaufsraum einer Kommune, die an diesem Fleckchen unter bestimmten Auflagen wohnen, aber ihre Grundstücke und Häuser nicht offiziell besitzen dürfen.

Verkauft werden Produkte aus Alpakawolle. Bevor wir durch den Verkaufsraum geschickt werden, unterrichtet uns eine Angestellte über Qualitätsunterschiede und -merkmale der Strick- und Webware. Wir bekommen sogar einen Tee serviert.

Ohne etwas gekauft zu haben, setzen wir uns wieder in den Minibus und werden nach Cusco gebracht, wo wir nach einem Restaurant suchen. Worauf wir Lust haben, wissen wir nicht. Nach längerem Umhergehen entscheiden wir uns für ein Lokal, in dem Bernie, Eva und Andi schon waren und gute Erfahrungen gemacht haben.

Es war eine gute Entscheidung! Das Essen schmeckt super und wir überlegen noch, eine Nachspeise zu nehmen. Doch weil uns nichts zusagt, bestellen Andi und ich noch ein Bier. Danach gehen wir ins Hotel zurück und ich falle komplett erledigt ins Bett. Den Schlaf habe ich mir verdient.

7 Gedanken zu „🇵🇪 Von 0 auf 3.400 in 24 Stunden“

  1. Hallöchen! Das ist ja eine liebe Überraschung von den 3en! Cool dass sie Dich am Flughafen abgeholt haben! Und die Schilder – HAMMER! Sag, Pauli, wer ist der aufdringliche, schwarzhaarige Bursche, der Bernie so auf die Pelle rückt hinter dem GRILL Schild? hihihihi Die durstige Susanne hat mich erheitert! Traumbilder sowieso! Genießt die Tage!! Bussi, Gaby

  2. Hallo Pauli!

    War wegen unseres Kiwi-Urlaubs etwas hinten nach beim Lesen deines Blogs. Wahnsinn welche Eindrücke und Erlebnisse du sammeln konntest. Du bringst uns mit deinen Texten die Länder viel näher und machst direkt Lust aufs reisen. Bist quasi ” der Reisebotschafter”. ?
    Schön euch beide wieder vor der Kamera zu sehen.
    btw: Hallo Bernie! ?
    Genießt die Höhenluft und habt eine unvergesslich schöne Zeit in Peru.
    Auch wenn du viele Fotos postest, freue ich mich mehr zu sehen gemeinsam mit anderen Storys. ?
    Dein lächeln und strahlen ist viel breiter mit Bernie neben dir. Da merkt man die Freude und Kraft die sie dir gibt. ?
    C U soon!

    1. Hallo Ronny! Toll wieder von die zu lesen! Ich hoffe, ihr hattet einen mindestens genau so tollen Aufenthalt in Neuseeland wie wir! Gerne können wir einen Fotoabend machen. Oder vielleicht einen Tag ??

    1. Perfect, Mati! Keep the translator workin‘ ??
      You‘ll probably need an Austrian dictionary to translate words like „Blechhumpenbar“, or „wurscht“. If some words are too weird I‘m happy to support you! ?

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