Wie so oft schon auf dieser Reise ist es heute wieder Zeit, die Koffer zu packen. Doch wir reisen noch nicht sofort aus Kyoto ab, sondern besuchen diesmal bei Tageslicht den „Fushimi Inari-Taisha“ Schrein. Er ist der wichtigste Shinto Schrein in ganz Japan.

Den Weg dorthin kennen wir ja bereits. Nach dem Aussteigen aus der Bahn wird klar, dass wir noch früh genug angekommen sind, um von den Leuten nicht überrannt zu werden. Der Schrein ist mehr als nur ein Gebäude. Das ganze Areal gehört, inklusive dem Inari Hügel, dazu.

Die Wege, die sich durch den Wald schlängeln, sind mit dicht aneinandergereihten Toriis übertunnelt. Die Toriis können gekauft bzw. in Auftrag gegeben werden. Einige Firmen machen das, um dem Unternehmen Glück und Erfolg zu bringen. Doch auch Einzelpersonen und Familien haben hier schon in welche investiert. Es ist eine Frage des Geldes, wie groß das Torii sein soll. Das kleinste kostet umgerechnet circa 12.000 Euro. Sörs und ich werden heute keines aufstellen lassen.




Die Torii Alleen ziehen sich bis auf den Gipfel des Inari Hügels. Doch soweit werden wir nicht gehen. Diese Pilgerschaft zum heiligsten Punkt des Schreins lassen wir aus, da ich nicht ganz fit bin. Wie es von unserem Umkehrpunkt weitergehen würde, können wir uns ausmalen. So drehen wir an einem Aussichtspunkt, der aber leider nicht so spektakulär ist.

Wir kommen wieder zum Ausgangspunkt unserer Schreinbesichtigung. In einer Seitengasse, neben dem Eingang, gibt es Streetfood-Stände mit allerhand frisch zubereiteten, japanischen Gerichten. Essen ist wichtig! Wenn wir schon mal hier sind, dann probieren wir auch etwas aus. Die Spieße mit Schweinefleisch lachen uns an und der Verkäufer darf schon für jeden einen herrichten und in Bratensauce tunken.

Die Konsistenz des Fleischs ist leider nicht so, wie wir das von zuhause gewohnt sind. Hin und wieder gibt es ein härteres Stück zu kauen. Ich bin nicht so zufrieden mit der Auswahl des Snacks. ABER neben dem gibt es noch andere Stände, wie zum Beispiel den von zwei Nudelköchen. Wer schon auf einem Festival in Österreich war, der kennt die Stände mit den Asianudeln.
Ist schon verständlich, wenn sich jetzt einer denkt „… und deswegen seid ihr nach Japan geflogen?!“, doch die hier sind schon in einer anderen Liga. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass das Gericht tatsächlich frisch ist. Ich deute dem Chefkoch, er soll uns nur eine kleine Portion geben, doch die gibt es in ganz Japan nicht. Entweder massive Mengen, oder nix. Für etwas dazwischen ist man hier falsch.

Auf die Nudeln mit Salat und Hühnerfleisch wird Mayonese gegeben und zum Schluss kommen noch Bonitoflocken (Katsuobushi) drüber. Geschmacklich bin ich nun zufrieden, Sörs nicht so ganz. Dafür gibt es jetzt ein Eis! Sörs nimmt eines aus Sojamilch mit Karamell und ich ein Sake-Eis. Auch beides gut!


Das rarste in Japan sind Mistkübel – jeder nimmt seinen Mist wieder mit nachhause. Das ist der Grund, warum auch ohne Kübel alles so extrem sauber ist. Die Leute sind eben diszipliniert.
Der heutige Ausflug ist beendet und wir fahren zurück zur Kyoto Station. Auch die Rückfahrttickets sind mit Sitzplatzwahl, was wir auch in Anspruch nehmen. Jemand am Ticketschalter bucht uns die gewünschten Plätze und wir müssen nur noch eine halbe Stunde auf den „Superexpress“ Zug nach Tokyo warten.



Wäre fliegen so angenehm wie Shinkansen fahren, dann wären längere Strecken auch kein Problem mehr für mich. Im Zug packen Sörs und ich unsere kürzlich gekauften Lunchboxen aus. Er hat eine gemischte Box mit allerlei und ich Sandwiches mit Hendlfleisch. Beides schmeckt sehr gut!


Nach dem Essen muss ich aber eine Runde schlafen. Mir geht es von Tag zu Tag dreckiger. Der harte Klimaumschwung hat mich niedergerafft. Meine Nase rinnt und ich muss häufig niesen. Generell fühle ich mich schlapp und erledigt. Genau das brauch‘ ich jetzt! Generell brauche ich das gar nicht aber jetzt erst recht nicht.

Sörs hat mir von der „Ramen-Street“ erzählt, die sich in der Tokyo Station befindet. Sie ist berühmt für ihre ausgezeichneten Nudellokale und jetzt wo ich darüber nachdenke, habe ich das auch schon irgendwann im Fernsehen gesehen. Da gehen wir hin!

Unsere Wahl fällt auf ein Lokal, an dem schon mehrere Personen anstehen. Das kann also nicht schlecht sein. Während wir in der Schlange stehen googelt Sörs nach den Lokalen und findet heraus, dass auch das Nachbarlokal, ausgezeichnet sein muss. Wir steigen aus der Warteschlange aus und gehen zum Nachbar, wo wir nicht warten müssen, aber dennoch viel drinnen los ist.

Bestellt werden muss am Automat vor dem Lokal. Wir bekommen Hilfe von der Kellnerin und so läuft auch alles glatt. Nach kurzer Zeit bekommen wir schon unsere Schüsseln. Eine gute Wahl! Es schmeckt uns beiden sehr gut!


Nachdem wir nun schon wieder etwas gegessen haben, müssen wir dringend ins Hotel. Es ist nur ein paar Stationen mit einer der vielen tokyoter U-Bahnlinien erreichbar. Das Hotel ist sehr modern, auch sauber und hat eine gute Lage. Leider ist das Zimmer sehr klein, doch die Einzelbetten, die zusammengestellt wurden, sollten für uns beide passen. Wir finden uns damit ab und sind froh, jetzt rasten zu können. Ich koche mir Wasser und löse darin meine gestern gekaufte Vitamin C Brause auf. Löffel gibt es keinen, deswegen muss ich mit der Hotelzahnbürste umrühren. Hoffentlich bringt der Zaubertrank was. Zwei der Sackerl habe ich gestern gleich genommen.

Sörs zieht Jacke und Schuhe wieder an und dreht noch eine Runde im Viertel. Leider muss ich passen – für mich ist es besser, liegen zu bleiben. Einen Hagebuttentee mache ich mir noch und dann gehts in die Federn. Morgen wollen wir schließlich was sehen!

Burschen sau geil eure Japanreise…
echt beneidenswert…
Genießt es und habt noch viel Spaß.
Achja vergesst nicht zu weiter berichten ?… lg kurtl
Danke Kurtl!! Schöne Grüße nach Australien! ??♂️??♂️
Danke ab 16.01.2018 ist soweit. Ich werde a bissl berichten…
Wunderbar! Auf das freu ich mich schon!
Jaaaa, da sind sie, die Torii! 😀
Absolut genial, genau die wollte ich sehen! 🙂
Bei deinem Pensum ist es eh kein Wunder, dass das Immunsystem mal ein bissl schlapp macht. 😉 Evtl. ein bisschen ruhiger angehen, die nächsten paar Tage? (aber ist sicher schwierig, wenn man grad in Japan ist, das ist klar)
Wünsche dir gute – und vor allem schnelle – Besserung! 🙂
Das war schon sehenswert! Damit haben wir auch wahrscheinlich den interssantesten Schrein unserer Reise gesehen. Wirklich cool!
Da hast du recht, ruhig angehen ist schwierig. ??
Der Zug schaut so sportlich aus, i kaun sei Schnellheit direkt durchn Beitrag spürn ;D
Guade Besserung Pauli und scheni Griaß aunan Sörs… guid schauts aus! 🙂
LG Jasmin
Der Zug is irre! Echt a cooles Transportmittel! Danke dir! ??
Hallo Pauli !
Ich finde es ganz toll, das Du neben Deinem Reisestress auch noch so wunderbare Reiseberichte verfassen kannst.
Die Fotos sind allesamt sehr schön und der Begleittext ist Spitzenklasse.
So bekommt man auch als Außenstehender einen sehr guten Eindruck von Deiner Reise.
Ich wünsche Dir weiterhin viele schöne Momente, und ich werde Deine Berichte mit Interesse verfolgen.
Gute Besserung, viel Spaß und liebe Grüße an Georg.
Gerhard
Hallo Gerhard!
Schön, dass du dich auch angemeldet hast! Ich wünsch Ingrid und dir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!
Liebe Grüße
Pauli
Wie immer Hammer-Fotos, einfach genial wie du alles in Szene setzt.
Grüße an Sörs und dir gute Besserung! Viel Spaß noch!
Lg Roman
Ich danke dir, Roman! Mittlerweile gehts wieder ein bisschen besser. Alles im Griff ???