🚅 Tokyo – Kyoto

Heute werden wir erfahren, ob die Tickets, die wir gestern gekauft haben, etwas wert sind. Sörs und ich checken nach dem FrĂŒhstĂŒck vom Hotel aus und gehen Richtung Bahnhof. Mal schauen, ob wir uns zurechtfinden.

Zuerst mĂŒssen wir zwei Stationen in Richtung Zentrum fahren. HierfĂŒr gelten die Tickets bereits und funktionieren sogar! Super Sache, so soll’s weitergehen! Wir steigen bei der „Tokyo Station“ aus. Dies ist ein riesiger Bahnhof, an dem verschiedene Linien von ZĂŒgen, U-Bahnen oder eben SchnellzĂŒgen zusammenkommen.

Es ist alles gut beschrieben und so kommen wir zum korrekten Bahnsteig. Davor gibt es noch einen Schalter der Bahnlinie, die den Shinkansen betreibt. Sörs und ich möchten die Sitzplatzreservierung nutzen und uns wie von Yoshi empfohlen, auf die rechte Seite des Zuges setzten, um den Mt. Fuji zu sehen. Linker Hand wĂ€re das Meer. Auch das klappt alles problemlos und so kaufen wir noch eine kleine Wegzehrung bei einem GeschĂ€ft. Zum Essen gibts eine Geschenkbox mit Keksen. Die haben so gut ausgeschaut, dass wir sie nehmen mussten. Eine Besonderheit in Japan sind KĂŒhlschrĂ€nke fĂŒr GetrĂ€nke, die ein eigenes Fach fĂŒr HeißgetrĂ€nke haben. Also ist es eher ein GetrĂ€nkeschrank und nicht ausschließlich ein KĂŒhlschrank. Sörs nimmt sich einen Tee und ich brauch einen Kaffee.

Der Shinkansen ist schon da. Er steht vor uns aber wir dĂŒrfen noch nicht rein, denn zuerst putzen die ReinigungskrĂ€fte durch. Putzfrau raus, GĂ€ste rein! Wir haben‘s geschafft! Danke Yoshi, fĂŒr deine Hilfe! Die Sitze sind bequem und bieten viel Beinfreiheit. Unser GepĂ€ck und unsere Jacken können wir in Ablagen ĂŒber uns verstauen. In zweienhalb Stunden werden wir in Kyoto sein, und eine weitere große und bekannte Stadt Japans sehen.

Unterwegs sind wir mir Tempo 260, das GPS des Handys verrĂ€t die Geschwindigkeit. Es ist schon ordentlich, wie die Objekte vor dem Fenster vorbei flitzen. Wir tratschen uns gut ab und so vergeht die Zeit so schnell, dass wir niemals gedacht hĂ€tten, jetzt schon in Kyoto zu sein. GefĂŒhlt war das nur eine Dreiviertelstunde.

Kyoto empfĂ€ngt uns in seinem Prestige-Bahnhof, der Kyoto Station. Das moderne Bauwerk kombiniert Bahnhof und Shoppingcenter auf elf Stockwerken – die unter der Erde nicht mit eingerechnet. Sörs hat im ReisefĂŒhrer gelesen, dass es am obersten Stock eine Aussichtsplattform gibt. Wir fahren also die vielen Rolltreppen nach oben, um vom elften Stock noch weiter ĂŒber ein paar Treppen auf die Plattform zu kommen. Durch ein paar GlaswĂ€nde hat man einen tollen Blick ĂŒber die Stadt.

Jetzt mĂŒssen wir wieder ganz nach unten, um mit der U-Bahn zu unserem Hotel zu kommen. Beim Kartenkauf lĂ€uft alles glatt – wir sind schon Profis und haben den Automaten im Griff. Die Fahrt zum Hotel dauert nicht lange. Nach dem Aussteigen aktivieren wir den Kompass, um zu wissen, in welche Richtung wir grad schauen bzw. hinmĂŒssen. Auch das Hotel ist rasch gefunden.

Nach dem Einchecken die Erleichterung: zwei extra Betten, das Zimmer ist groß genug und sauber, somit alles in Ordnung. Doch im Zimmer wollen wir nicht lange bleiben. Wir möchten uns noch etwas anschauen.

Bevor wir komplett durchstarten mĂŒssen wir uns noch einen Whisky holen. Sörs hat mit seinem Magen zu kĂ€mpfen und braucht Medizin. Ich bin ein ordentlicher, mitfĂŒhlender Freund und trinke gleich einen mit. Dann gibt‘s noch ein Bier dazu und spĂ€ter noch ein Bier. Wir sind noch immer geschlaucht von der Anreise und dem Monsterprogramm mit Yoshi, deswegen bleiben wir hier eine Zeit lang picken, um zu rasten. Doch das war keine so gute Idee, denn die Sonne verschwindet schön langsam hinter den HĂ€usern.

Der „Fushimi Inari Taisha“ Schrein wĂ€re der nĂ€chste Programmpunkt. Warum wĂ€re? Wir sind zwar jetzt zum Schrein gefahren, aber es ist schon finster. Nur ein paar Fotos machen wir und beschließen, noch einmal ĂŒbermorgen in der FrĂŒh herzukommen.

ZurĂŒck in der Kyoto Station treibt uns der Hunger in ein Restaurant. Es gibt Miso Suppe, gebackenes Schweine- bzw. Rindfleisch, Reis und Salat. Das Essen ist sehr gut und wir können gestĂ€rkt weiter.

Leider ist meine MĂŒtze, die ich in Tokyo gekauft habe zu klein. Ich merkte es leider erst zu spĂ€t, als meine OhrlĂ€ppchen schon eisig waren. Deswegen muss ich eine andere kaufen. Der Plan lautet also, durchs Einkaufszentrum in die untere Ebene zu fahren. Prompt finde ich eine passende MĂŒtze und in einem anderen GeschĂ€ft kaufe ich noch eine lange Unterhose. Jetzt bin ich top ausgestattet fĂŒr den Japanaufenthalt im Dezember. Unser nĂ€chstes Ziel ist draußen zu begutachten, daher bin ich umso mehr froh, eine lange Unterhose auch noch gekauft zu haben. Ich ziehe sie natĂŒrlich sofort an.

Das Geisha Viertel ist leider mit der U-Bahn nicht so gut zu erreichen. Deswegen nehmen wir einfach ein Taxi vom BahnhofsgebĂ€ude bis dort hin. Es ist nicht so teuer und außerdem schön warm. Die TĂŒren öffnen automatisch, die Sitze sind mit gehekelter, weißer Spitze abgedeckt und der Fahrer spricht gut Englisch.

Am Ziel die ErnĂŒchterung: auch hier ist schon tote Hose. MĂŒssen wir eben ĂŒbermorgen noch einmal kommen. Im nĂ€chsten Irish Pub komme ich mit einer reiferen Dame am Nachbartisch ins GesprĂ€ch. Sie sagt, sie wohnt hier in der NĂ€he, ist 74 Jahre alt und hat bereits eine Urenkelin. Um mir das zu erklĂ€ren, brauchte sie eine viertel Stunde. Sie macht nĂ€mlich seit einem Jahr einen Englischkurs und hat womöglich die HausĂŒbung bekommen, mit Touristen zu sprechen. Sie ist sehr freundlich!

Sörs sagt, dass laut ReisefĂŒhrer in der NĂ€he ein ausgezeichnetes Gyoza Lokal sein soll. Gyozas sind Teigtaschen, Ă€hnlich wie nepalesische Momos oder Teigtaschen in anderen LĂ€ndern. Wie es der Zufall will, ist das Restaurant genau gegenĂŒber von dem Pub. Ich verabschiede mich von meiner Freundin und wir gehen rĂŒber.

Hier setzten wir uns an die Bar und sehen dem Opa beim Kochen zu. Es gibt genau zwei verschiedene Speisen: zehn StĂŒck Gyozas mit der einen oder der anderen FĂŒllung. Wir bestellen vier mal hintereinander, weil es uns sehr gut schmeckt.

Jetzt mĂŒssen wir aber schauen, dass wir ins Bett kommen. Ich meinte am Nachmittag, dass ich um neun liegen gehe – nun ist es wieder elf geworden.

2 Gedanken zu „🚅 Tokyo – Kyoto“

  1. Hi Bauz hi Sörs,
    super Sache, ich sehe ihr habt Japan inkl. Einwohner, Essen und „Medizin“ im Griff. Danke fĂŒr eure detaillierten BeitrĂ€ge, ich beneide euch. Aufgefallen ist mir allerdings die Verschiebungen auf Übermorgen – auf Morgen kann jeder verschieben – oder?
    Liebe GrĂŒĂŸe und noch viel Spass
    Pape

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