💥 WASTED!

Ich werde munter und da liegt meine Kamera neben mir. Beruhigt schlaf ich gleich noch zwei Stunden. Jetzt aber wirklich aufstehn‘! Kevin begrüßt mich mit einem Kaffee! Eine sehr fürsorgliche Geste, die ich in meinem Zustand sehr schätze. Ich habe keinen Kater, ich habe einen Tiger.

Kevin und ich haben in Kürze unseren Massagetermin. Ich fürchte mich ein bisschen, weil mir noch ordentlich schwindlig ist. Der Weg zum Spa ist für uns kein Problem. Wir kennen uns schon sehr gut hier im ersten Bezirk aus. Mit einer außerordentlichen Eleganz schlängeln wir uns durch den Verkehr der maßlos überfüllten Straßen und Gehsteige. Jawohl, Gehsteige! Hier fährt man auch, wenn’s auf der Fahrbahn nicht mehr weiter geht. Um uns hupt alles wie gewohnt.

Wir sind Hupenexperten geworden. Wenn es hinter uns hupt wissen wir schon, was kommt. Ein Roadrunner „Miep“ ist ein Motorrad. Ein verzerrter Roadrunner „MieEeEp“ ist ein Roller. Ist der Ton lauter und kerniger, handelt es sich um ein Auto. Wenn du glaubst, ein Schiff läuft gerade in den Heimathafen ein, musst du in Deckung gehen – ein Bus oder Lastwagen kommt. Hier gilt das Gesetz des Stärkeren.

Da wir ein bisschen zu früh dran sind, beschließen wir noch eine Kleinigkeit zu essen. Gegenüber vom Wellnesstempel ist ein nettes Lokal. Hier essen wir Pasta und Kevin schießt das Titelfoto des heutigen Beitrags. Am Foto merkt man, dass ich‘s grad nicht packe. Ich lasse die Hälfte der Spaghetti Carbonara über, trink das Reparaturseiterl nur halb, aber das 7Up nehm ich komplett.

Im „Temple Leaf Spa“ empfängt man uns mit einer Schale Tee. Kevin und ich bekommen ein Formular, wo wir den jeweiligen Körperzonen die Stärke der Massage zuordnen können.

Wir müssen noch ein paar Minuten warten, werden dann aber aufgerufen und gebeten, unsere Wertgegenstände in einen Spind zu schließen. Eine Dame führt uns zu einem anderen Kasten, wo wir die Schuhe hineinlegen sollen. Barfuß gehts weiter zu den Massageräumen. Hier bekommen wir eine eigene kurze Hose, die wir gegen unsere Straßenkleidung tauschen. Die Masseurin fragt vorsichtig, ob ich schon umgezogen bin und kommt in den winzigen Raum. Es geht los. Zuerst liege ich am Rücken und sie massiert den Kopf, dann den Nacken. Weiter gehts mit den Armen und Händen und kurz darauf auch schon Beine und Füße. Alles sehr angenehm soweit! Nun muss ich mich umdrehen. Während ich auf dem Bauch liege, kraxelt die kleine Asiatin auf mich rauf. Sie bearbeitet nochmal Füße und Beine, zieht mir den Hosenbund bis unter die Backen und fährt im oberen Körperbereich fort. Jetzt wird‘s heiß! (Keine Sorge Bernie, lies ruhig weiter!) Sie verlässt den Raum und kommt mit heißen Steinen wieder. Die sind wirklich brennheiß! Mit den Steinen in den Händen massiert sie nocheinmal die obere Rückenregion und legt diese dann nach und nach auf die Wirbelsäule – von unten bis oben. Gerade fällt mir ein, dass ich auch eine Gurkenmaske bekommen habe, die sie aber vor dem Drehen wieder abgenommen hat. Die 90 Minuten haben gut getan. Ich werde in den Sauna- und Duschbereich gebracht, wo kurz danach auch schon Kevin eintrifft. Frisch geduscht und entspannt zahlen wir bei der Rezeption. Die 90 Minuten haben umgerechnet ca. 20,- Euro gekostet.

Kurtl hat heute seinen Abreisetag und wir verabreden uns noch einmal in der Sportsbar, in der gestern alles begann. Am Weg dorthin lassen wir die Massage Revue passieren. Wir treffen fast zeitgleich mit Kurtl ein. Gemeinsam rekonstruieren wir den gestrigen Abend. Hier tut mir das Konterbier wirklich gut und ich beginne, mich einigermaßen zu erholen. Leider ist es an der Zeit, sich von unserem Freund zu verabschieden. Wir können ihn nicht dazu überreden, auch noch die nächste Woche in Kambodscha mit uns zu verbringen. Die Pflichten holen ihn widerwillig nach Hause.

Servus Kurtl! War echt eine coole Zeit!

Boxenstopp im Hostel, dann etwas Essen gehen. Ich glaub, jetzt schaff’ ich schon mehr. Wir kehren in ein japanisches Lokal ein, wo in der Mitte des Tisches ein Griller steht. Lieber Axel, wenn du das liest, sag mir bitte, wie man das nennt. Sowas müssen wir in Japan auch unbedingt machen! Richtig gemütliche Geschichte!

(In ein paar Wochen werde ich lernen, dass es sich um ein koreanisches Lokal bzw. Lokalkonzept handelt.)

Background-Info: Axel Schwab ist Autor eines Tokyo Reiseführers, den ich vor der Reise gelesen habe. Ich bin mit ihm wegen Japan in Kontakt getreten und er hat mir super weitergeholfen! Vielen Dank nochmal, lieber Axel! Das mit dem FreeTokyoGuide hat super geklappt. Axel bloggt übrigens auch: http://japan-in-muenchen.de

Nach dem Essen gibt’s noch einen Absacker in der Sportsbar, wo uns der Manager nun schon kennt und einen Tisch frei macht. Seit die schwarze Luft da ist, geht‘s überhaupt besser. Heute wollen wir früher ins Bett!

6 Gedanken zu „💥 WASTED!“

  1. ich find das komplett leiwand, dass man bei der massage angeben kann, wo wie fest gedrückt werden soll!! ich freu mich schon auf die massagen auf bali ? hoffentlich hat‘s deinem gnack geholfen, ich weiß ja wie du immer nach einer durchzechten nacht leidest ?

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