đŸ›„ Halong Bay – Tag 2

Heute morgen hĂ€tte es eine Tai Chi Lektion gegeben, die ich aber auslasse. Ich komme nicht aus den Federn. 6:30 Uhr ist mir zu frĂŒh, selbst fĂŒr Tai Chi. Das FrĂŒhstĂŒck ist auch schon ziemlich zeitig mit 7:15 Uhr angesetzt. Nach diesem verlassen uns alle anderen GĂ€ste, weil sie nur eine Nacht gebucht haben.


Kevin und ich werden zu Ti Top Island gebracht, wo wir auf eine kleinere Tschunke umsteigen, die spezielle fĂŒr TagesausflĂŒge gebaut ist. Chef an Board ist Dan. Er begrĂŒĂŸt uns mit einer Tasse Tee. Am Speisedeck setzten wir uns zu einem kanadischen PĂ€rchen. Verheiratet, keine Kinder, gerne auf Reisen und super freundlich. Wir kommen sofort ins GesprĂ€ch und unterhalten uns gut.

Der erste Stopp fĂŒr heute ist wieder eine Höhle. Die ist zwar nicht so groß, wie die „Amazing Cave“ gestern, jedoch sind keine Leute dort, außer unsere Gruppe. Das ist schon sehr angenehm! Die Höhle hat mehrere Kammern. Von der ersten in die zweite fĂŒhrt ein enger und niedriger Tunnel durch den Fels. In der Mitte steht ein Stein, der die Form von zwei Löwen hat. Ein MĂ€nnchen und ein Weibchen. Die hiesigen Leute sagen, dass man beim BerĂŒhren von einem der beiden Löwen das entsprechende Geschlecht als Partner findet bzw. heiratet. Ja, wir mussten alle hinfassen 😉.

Wir erforschen auch die dritte Kammer nur mit unseren Handy-Lampen, denn es ist stockfinster drinnen. Hierher hat ein noch engerer Tunnel gefĂŒhrt. Dan lĂ€sst uns die Lampen ausschalten und trommelt auf die Stalaktiten. Sie sind hohl! Hört sich eigenartig an.

NĂ€chster Stopp: Kajakfahren! Wir halten an einer Betoninsel, an der mehrere Kajaks angebunden sind. Kevin und ich sind als erste im Boot und paddeln gleich los, da wir diesen Teil der Bucht alleine erkunden können. An steilen und trotzdem grĂŒn bewachsenen Felsen gleiten wir in deren unmittelbarer NĂ€he ĂŒbers Wasser. Schade, das wir die Kamera nicht mithaben.

Leider kein Foto. 😝

Wir queren einen Teil der Bucht und zielen auf eine weitere Höhle (richtig erkannt, hier gibts einige!) Unsere Paddel schalten einen Gang höher und das Kajak beschleunigt, bis es professionell an Land rutscht. Zwei Inder, die gerade auf Hochzeitsreise sind, befinden sich gerade beim Eingang der Höhle. Beide trauen sich nicht recht weiterzugehen bzw. zu klettern. Ein StĂŒck muss man ĂŒber den Fels steigen und einen kleinen Gang hindurch, da eröffnet sich eine mĂ€chtige Höhle vor uns. Damit haben wir nicht gerechnet. Die Begeisterung is uns anzusehen, als wir auch noch FledermĂ€use quitschen hören. Ich wechsle die Seiten der Höhle, um die kleinen Ultraschallnager auszumachen. Gefunden! In der Decke gibt es massive Röhren, die senkrecht in den Fels fĂŒhren. Da drinnen sitzen sie!

Ein Höhlenfoto werde ich nachtragen. Bekomme ich noch vom Inder.

Da wir keine Kamera mithaben, fotografieren uns unsere indischen Freunde. Die machen soviel Fotos, das kann man sich nicht vorstellen. Deren iPhone muss einen Terabyte Speicherplatz haben. Wir revanchieren uns mit coolen Panoramaaufnahmen von den FrischvermÀhlten in Mitten der Höhle.

Nach dem Hölenspektakel gehts zurĂŒck auf‘s Wasser. Wir liefern uns ein internationales Rennen. Die Inder können wir ĂŒberholen, aber Team Kanada hat das Rennen um zwei BootslĂ€ngen gewonnen. Unsere Alpen-Paddelgeneinschaft geht mit Silber aus dem Rennen. Wir sind dennoch stolz. Ein Bier belohnt die Leistung.

Sobald die ganze Reisegruppe wieder am Boot zurĂŒck ist, tukkern wir weiter zu einer Perlenzucht. Am Wasser schwimmend befindet sich ein GebĂ€ude und rundherum hĂ€ngen die Muschelnetze im Meer. Wir beginnen sofort mit einer FĂŒhrung in gebrochenem Englisch. Die Dame zeigt uns verschiedene Muschelarten und -grĂ¶ĂŸen. Sie bringt uns hinters Haus, wo gerade mehrere Arbeiter Muscheln putzen und wieder in die Netze setzen. Ein anderer implantiert gerade die erforderlichen Bestandteile, um die Perlenproduktion zu begĂŒnstigen, in die Muschel. Ein interessanter Vorgang. Uns wird danach auch gezeigt, wie man eine Perle erntet. Dies geht mit dem Tod der Muschel einher. Kevin meldet sich freiwillig und isst sie gleich roh.

Das Wetter zieht allmĂ€hlich zu und es beginnt leicht zu nieseln. Am oberen, offenen Bootsdeck packen alle zusammen und wechseln in den geschlossenen Speiseraum. Wir fahren zurĂŒck nach Ti Top Island, wo wir vom Beiboot unseres großen Schiffes wieder auf dieses zurĂŒckgebracht werden.

Nach diesem Tag tut die Dusche wieder Ă€ußerst gut. Kevin haut sich ein wenig auf‘s Ohr und ich schreibe den Blogeintrag fĂŒr gestern fertig. WĂ€hrend ich schreibe, höre ich vor der TĂŒr etwas vertrautes. „Griaß eich!“ Kathi, Philipp und der Kurtl verbringen mit uns gemeinsam den Abend am Sonnendeck unserer Tschunke. Wir verstehen uns super und erzĂ€hlen von unseren vergangenen Reisen und sonstigen alltĂ€glichen Sachen. Mit dem FrĂŒherschlafengehen wird‘s heut wieder nix. Es ist erneut spĂ€t geworden.

6 Gedanken zu „đŸ›„ Halong Bay – Tag 2“

  1. Wie bildlich du alles beschreibst is spitze! So viele schöne EindrĂŒcke und toll zum gedanklichen Mitreisen. Ich beneide dich sehr um die warmen Temperaturen, das köstliche Essen ? und das abendliche Bier am Sonnendeck ? â˜ș

  2. Pauli, ich bin fasziniert ĂŒber Deine EintrĂ€ge. Dass Du neben Deinen tollen Erlebnissen noch die Zeit findest, das alles ,schriftlich’ festzuhalten, ist bewundernswert. Danke, dass wir auf diese Weise an Deiner Traumreise teilnehmen können. ????

  3. Ich bin von deinen Berichten sehr begeistert und freue mich jeden Tag erneut auf deine Eintragungen und Fotos. Es ist fast als wĂ€re man dabei!!!! Noch weiterhin viel Spaß und viele schöne Erlebnisse!

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