{"id":1476,"date":"2018-01-04T17:17:26","date_gmt":"2018-01-04T16:17:26","guid":{"rendered":"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/?p=1476"},"modified":"2022-01-27T17:48:58","modified_gmt":"2022-01-27T16:48:58","slug":"%f0%9f%8f%84%f0%9f%8f%bb%e2%99%82%ef%b8%8f-lets-go-surfin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/2018\/01\/04\/%f0%9f%8f%84%f0%9f%8f%bb%e2%99%82%ef%b8%8f-lets-go-surfin\/","title":{"rendered":"\ud83c\udfc4\ud83c\udffb\u200d\u2642\ufe0f Let\u2018s go surfin\u2018"},"content":{"rendered":"<p>Es ist der letzte Tag im Jahr und wir d\u00fcrfen heute aufstehen, wann wir wollen. Keine Morgenarbeit. Nicht, weil es der 31.12., sondern weil es jeden Sonntag so ist. Lottie, Mati und ich vereinbarten untereinander sieben Uhr als Verbandszeit und fr\u00fchst\u00fccken gemeinsam. Wir haben heute Ausgang und m\u00f6chten nach Samara gehen. In den letzten beiden Tagen habe ich eine Einkaufsliste geschrieben, mit Artikeln wie zum Beispiel Gummib\u00e4ren, Duschgel, Zahnpasta, oder eine Rolle Schnur, um an meinem Sessel weiter arbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1428.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1472\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1428-1024x767.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"494\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1428-1024x767.jpg 1024w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1428-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1428-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1428.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more-->Au\u00dferdem konnte ich Roy \u00fcberreden, f\u00fcr jeden ein Bier ins Camp mitzubringen. Es ist eine Ausnahme anl\u00e4sslich des Jahreswechsels; ansonsten ist Alkohol im Camp strikt verboten. So k\u00f6nnen wir in der Sylvesternacht miteinander ansto\u00dfen. Wir gehen wieder ins selbe Lokal wie letztens und h\u00e4ngen uns ins WLAN, um ein paar Dinge zu erledigen. Danach wechseln wir ins Nachbarlokal, wo es Pizza gibt. Auf die freue ich mich schon riesig! Doch nach den ersten paar Bissen bin ich eher entt\u00e4uscht. Sie schmeckt bei weitem nicht so gut, wie die, die ich am Abend vor meinem ersten Camp-Tag hatte. Vielleicht kann ich Lottie und Mati \u00fcberreden, dorthin zu gehen.<\/p>\n<p>Nun stehen die Eink\u00e4ufe am Programm. Mati f\u00fchrt uns zu einem kleinen Supermarkt, wo es SIM-Karten von \u201eK\u00f6lbi\u201c gibt. Das ist das Netz, das am besten bei uns im Camp funktioniert. Ich habe zwar bereits eine Karte von \u201eClaro\u201c, doch damit erhebliche Probleme, eine halbwegs gut funktionierende Datenverbindung zusammenzubringen. Zur K\u00f6lbi-SIM nehme ich noch einen Aufladebon, womit die erste Besorgung erledigt ist. Am Weg zum gro\u00dfen Supermarkt \u201ePali\u201c kommen wir an einem Souveniergesch\u00e4ft vorbei, in dem ich noch nicht drinnen war. Ich suche ja immer noch nach einem Shirt mit einer Schildkr\u00f6te drauf. Doch was ich noch vor dem Shirt finde, ist eine H\u00e4ngematte! Die muss ich haben! Obwohl es nur mehr eine Woche ist, w\u00e4re es eine Qual den anderen beim H\u00e4ngemattenh\u00e4ngen nur zusehen zu k\u00f6nnen. Gl\u00fccklicherweise hat die Dame auch noch das gesuchte Leiberl im Angebot. Beides wird gekauft und in den Rucksack gestopft.<\/p>\n<p>Nun aber hin, zum Supermarkt! Alles, was ich alleine tragen kann, sind Waffeln mit Orangengeschmack, zwei Sackerl Gummiklumpert, Chips, Duschgel und drei Flaschen Bier. Den Rest muss ich bei einem anderen Supermarkt, bei dem wir sowieso wegen den Batterien rein m\u00fcssen, besorgen. Bisher habe ich aber noch keine Schnur gefunden.<\/p>\n<p>Wir haben noch gen\u00fcgend Zeit, bevor wir zur\u00fcck im Camp sein m\u00fcssen. Deshalb kehren wir in einem Lokal ein und verbringen dort gem\u00fctlich eine dreiviertel Stunde. Es hat vorhin zu Nieseln begonnen, was wir gerne in der Zeit im Kaffeehaus aussitzen. Generell ist das Wetter heute eher trist. Die Wolken verdecken den sonst so sch\u00f6nen, blauen Himmel.<\/p>\n<p>Wir machen uns nun auf den R\u00fcckweg und kehren noch geschwind beim letzten Supermarkt auf unserer Strecke ein. Hier kaufe ich die Batterien f\u00fcr meine Taschen- und Stirnlampe, Geschmackspulver f\u00fcr das Trinkwasser, eine scharfe Sauce, um das Essen geschmacklich einen Hauch zu tunen und noch Zahnpasta, die mir auch bald ausgeht. Leider auch hier keine Schnur. So wird der Sessel wohl nie fertig.<\/p>\n<p>Am Weg zur\u00fcck zum Camp sehen wir eine Gruppe Br\u00fcllaffen, die in dem Ge\u00e4st \u00fcber uns herum wandern. Sie sind im Vergleich zu den Gebr\u00fcll, das sie morgens veranstalten, sehr klein. Um circa halb sechs bzw. sechs Uhr beginnen die Affen im Wald neben dem Camp so tief aus den s\u00fcdlichsten Bauchregionen zu gr\u00f6hlen, als w\u00e4ren sie so gro\u00df, wie Gorillas. Es hat auch ein Mann auf einem Fahrrad gehalten, der gerade vom Fluss kommt. Er fragt, ob wir da hin m\u00fcssen und wir meinen, ja, wir m\u00fcssen sogar durch. Dann meint er, wir sollen vorsichtig sein, er hat von der Stelle aus, an der wir den Fluss \u00fcberqueren werden, ein Krokodil gesehen. Wir gehen weiter und setzen mit gemischten Gef\u00fchlen den ersten Schritt ins Wasser. Der Pegel ist relativ hoch, weshalb das Krokodil wahrscheinlich so weit flussabw\u00e4rts gekommen ist. Wir k\u00f6nnen kein Krokodil sehen, was aber nicht bedeutet, dass es uns nicht sehen kann. Jedenfalls passiert uns nichts und wir k\u00f6nnen erleichtert zum Camp zur\u00fcckkehren. P\u00fcnktlich um 16:00 Uhr sind wir da, als gleichzeitig auch meine Schicht beginnt. Es soll aber eine ruhige werden. Einzig ein grausiges Ereignis gibt\u2018s. Manchmal kommt es vor, dass die Babyschildkr\u00f6ten nicht innerhalb des Gitters, das wie ein Zylinder \u00fcber dem Nest platziert ist, herauskommen, sondern au\u00dferhalb und deswegen freie Bahn zum Zaun der Brutst\u00e4ttenbegrenzung haben. Dort warten schon die Einsiedlerkrebse auf die in die vermeintliche Freiheit laufenden Babies. Heute finde ich f\u00fcnf im Zaun. Drei davon kann ich aus den Maschen des Zauns nehmen und unversehrt in den K\u00fcbel zu den anderen legen. Eines muss ich herausschneiden, wozu ich mir aus der K\u00fcche ein Messer holen musste und &#8211; <strong>ACHTUNG<\/strong>, jetzt wird&#8217;s grausig &#8211; eines der Babys hat leider die Stelle mit den Einsiedlerkrebsen erwischt, die ihm bei lebendigem Leib die Augen herausgefressen haben. Der Kopf ist blutig, aber es versucht immer noch vorw\u00e4rts zu kommen. Mindestens f\u00fcnf Krebse h\u00e4ngen auf dem Jungen. Ich verscheuche sie und versuche, das Baby rauszubekommen. Auch dieses hat sich ordentlich verh\u00e4ngt, doch am Ende kann ich es rausholen. Ich lege es nicht zu den anderen, denn es wird wohl nicht lange dauern, bis es verendet. Nach zehn bis 15 Minuten im Sand, ist es dahin. Ich grabe es vor der Brutst\u00e4tte ein. So ein armes Ding, aber Gott sei Dank passiert das nur selten im Vergleich zur Menge an Babies, die wir unversehrt zum Strand bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1475\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1439.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1439.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1439-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1439-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1439-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Zwischendurch finde ich Zeit, meine H\u00e4ngematte zu montieren. Sie ist f\u00fcr den Platz, den ich ausgesucht habe, leider ein bisschen zu lang. aber mit zwei Knoten an jedem der Spannstr\u00e4nge kann ich die L\u00e4nge halbwegs passend verk\u00fcrzen. Nun kann ich sie vorsichtig ausprobieren. Die Matte h\u00e4lt. Ich finde es total angenehm und \u00fcberlege schon, wo in der Wohnung geeignete Stellen f\u00fcr Haken an der Wand w\u00e4ren. Diese H\u00e4ngematte werde ich aber nicht mit nachhause nehmen. Ich lasse sie hier, f\u00fcr die Kinder und f\u00fcr die Freiwilligen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1453\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1373.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1373.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1373-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1373-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1373-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1454\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1374.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1374.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1374-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1374-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1374-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1455 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1379.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1379.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1379-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1379-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1379-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Am Camp kommen immer wieder Touristen vorbei, die am Strand entlang spazieren und dann neugierig werden. Manche sind sehr freundlich und interessiert, die anderen k\u00f6nnen nicht einmal ordentlich gr\u00fc\u00dfen und fragen nur, wo die Schildkr\u00f6ten sind &#8230; ohne \u201eHallo!\u201c oder \u201eGuten Tag!\u201c. Es sind \u00e4u\u00dferst viele Amis in Samara und der Umgebung unterwegs, aber auch Deutsche. Aber die sind ja bekanntlich \u00fcberall.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1456 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1369.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1369.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1369-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1369-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1369-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Es ist schon l\u00e4ngst dunkel und es dauert nicht mehr lange bis Mitternacht. Direkt vor der H\u00fctte z\u00fcnden wir ein kleines Feuer an. Lottie wird rechtzeitig vor zw\u00f6lf munter und Roy, Mati und ich sind auch da. Wir \u00f6ffnen das Bier und schon rennt der Countdown.<\/p>\n<blockquote><p>Feliz a\u00f1o nuevo!<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir h\u00f6ren zwar die Explosionen der Feuerwerksk\u00f6rper, die dr\u00fcben in Samara geschossen werden, doch sehen kein Feuerwerk. Es ist mein zweites Silvester ohne. Stattdessen gibt es ein anderes Schauspiel am Himmel, dass von der Natur h\u00f6chst pers\u00f6nlich aufgef\u00fchrt wird. Um den Mond hat sich ein Ring gebildet, ein sogenannter \u201eHalo\u201c. So etwas habe ich noch nie gesehen! Er entsteht durch Eiskristalle in gro\u00dfen H\u00f6hen der Atmosph\u00e4re und ist sehr selten. \u00c4hnlich wie bei den Nordlichtern m\u00fcssen viele Komponenten zusammenspielen, dass er entstehen kann. Der Ring ist gigantisch und vor allem faszinierend. Ich kann gar nicht aufh\u00f6ren hinzusehen und muss unbedingt meine Kamera holen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1457\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1390.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1390.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1390-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1390-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1390-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Lange feiern k\u00f6nnen wir den Jahreswechsel selbstverst\u00e4ndlich nicht, denn morgen ist kein Feiertag im Camp. Um 5:30 Uhr ist wie \u00fcblich Tagwache. Au\u00dferdem haben wir das Bier auch schon ausgetrunken.<\/p>\n<p>Zu Neujahr verschlafe ich fast. Statt um 5:30 bin ich erst um 5:45 Uhr unten. Gerade rechtzeitig zum Kaffee. Heute stehen erneut Examinationen an. Sieben Nester werden aufgelassen und m\u00fcssen ausgehoben und \u00fcberpr\u00fcft werden. Wir sind heute besonders flott und haben uns damit einen Sandwechsel bei einem alten Nest eingebrockt. Neujahr beginnt mit bereits von Maden zerfressenen Schildkr\u00f6tenbabies und Sands\u00e4cke schleppen. Die Latte liegt nicht hoch &#8211; das Jahr kann nur besser werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1392.jpg\" \/><\/p>\n<p>Das wird es auch. Roy hat heute Zeit f\u00fcr die Surfstunden. Das bedeutet, Surfbrett schnappen uns runter zum Strand. Zu allererst sagt er mir, was alles zu \u00fcberpr\u00fcfen ist, wenn man sich ein Surfbrett ausborgt. Dann folgen Infos, wie z.B. \u201eniemals allein surfen gehen\u201c oder \u201esich \u00fcber Str\u00f6mungen und Gezeiten bei den Einheimischen informieren\u201c. Nun macht er mit mir Trocken\u00fcbungen. Dabei liegt das Brett am Strand und ich muss erst einmal lernen, wie man korrekt darauf liegt und dann die richtigen Bewegungen beim Aufstehen macht. Das wiederholen wir mehrmals und anschlie\u00dfend meint Roy, wir gehen gleich ins Wasser.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1459\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1441.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1441.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1441-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1441-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1441-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Dass es hier sehr seicht ist und einige Meter so ins Meer rein geht, hilft beim Aufsteigen auf\u2018s Brett und beim Rausschleppen sehr. Nun meint Roy, ich muss jetzt alles nach der Reihe machen, wie er mir das gerade gezeigt hat. Und entspannt soll ich bleiben, das sei sehr wichtig. Nagut, so warten wir auf die erste kleine Welle. Ich gehe in \u201eReady\u201c-Position und Roy schiebt beim Anrollen der Welle von hinten das Brett mit an. Ich stehe auf und es geht auch einige Meter gut. Dann aber wirft mich das Brett ab. Noch einmal &#8230; und noch einmal. Immer wieder machen wir die gleichen Schritte und es wird in kurzer Zeit viel besser. Einmal schaffe ich es sogar, bis an den Strand zu surfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1461\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1444.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1444.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1444-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1444-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1444-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Jetzt das Ganze mit paddeln. Roy versucht nur mehr wenig anzuschieben, wenn die Welle kommt. Ich soll lernen, selbst Schwung zu holen, um den ersten Sto\u00df der Welle halbwegs abzufangen. Doch so einfach ist das nicht. Die Nase des Bretts taucht mir zwei Mal unter, was mich nat\u00fcrlich runterschmeisst. Aber dann l\u00e4uft\u2019s ganz gut. Roy l\u00e4sst mich nun alleine \u00fcben.<\/p>\n<p>Das Board ins Meer raus zu schleppen ist anstrengender, als das Surfen selbst. Deswegen muss ich nach eineinhalb Stunden aufh\u00f6ren. Gut, dass es Mittagessen gibt, denn surfen macht nicht nur m\u00fcde, sondern auch hungrig.<\/p>\n<p>In meiner Nachtschicht von 23:00 bis 01:00 Uhr ist es, bis auf ein paar Babies fad. Ich finde wenigstens ein bisschen Zeit, um beim Blog weiter zu kommen. Heute sollte mich Roy wieder abl\u00f6sen, da er derjenige ist, der mir im Dienstrad folgt. Er kommt aber wieder nicht. Es ist nun schon das dritte Mal. Ich bin kurz davor, eine E-Mail an den Verein ASVO zu schreiben und sie zu fragen, ob ihre Angestellten die Arbeit ernst nehmen oder nur Spenden und Staatsgeld kassieren wollen. Aus 01:00 Uhr wird 03:00 Uhr und dann wecke ich die Person auf, die nach ihm drankommt. Es ist eine Person, die ich noch nicht erw\u00e4hnt habe, aber dennoch f\u00fcr viel Gespr\u00e4chsstoff unter Mati, Lottie und mir sorgt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1462\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1395.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1395.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1395-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1395-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1395-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Sein Name ist Kal. Er ist um die 50, kommt aus den Staaten und hat sch\u00fcttres, offensichtlich schwarz gef\u00e4rbtes Haar. Kal tauchte hier vor ein paar Tagen aus dem Nichts auf. Roy war froh, ihn zu sehen und begr\u00fc\u00dfte ihn wie einen Freund. Er d\u00fcrfte schon \u00f6fter hier gewesen sein, wie er uns berichtete. Kal plante, zwei Wochen da zu bleiben. Seine Kreditkarte wurde gesperrt und er kam daher zu keinem Bargeld. Da l\u00e4uteten bei mir schon die ersten Alarmglocken, als er mir das erz\u00e4hlte! Ohne Geld hierher kommen? Wie soll das gehen? Chloe, Lottie und ich selbst mussten doch auch f\u00fcr den Aufenthalt bezahlen.<\/p>\n<p>Die letzten Tage erwies sich Kal als schnarchender Faulpelz, der keinen Finger r\u00fchrte und nur ein einziges Mal abgewaschen hatte. Selbst da hatte er sich aufgeregt, warum er das machen soll. Gegessen und getrunken hat er aber sehr wohl mit uns am Tisch. Sagen wir eher gefressen, denn es grauste uns allen. Es gab eigentlich keinen einzigen Moment, an dem wir froh waren, dass Kal hier war.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen, w\u00e4hrend wir wieder ein Loch ausheben und Sand schleppen, liegt Kal noch immer in der H\u00e4ngematte und schl\u00e4ft. Wir laufen mit den S\u00e4cken sicher eine Stunde an ihm vorbei, doch er hilft uns nicht. Stattdessen liegt er in seinem Schlafsack, der \u00fcbriges bis minus neun Grad verwendbar ist, eine Stunde lang in der H\u00e4ngematte, w\u00e4hrend es schon sehr hei\u00df geworden ist. Mich wundert bei jedem Mal vorbeilaufen, dass es unten nicht schon raustropft.<\/p>\n<p>Es gibt eine positive Sache an Kals Anwesenheit. Aus gemeinsamen Feindschaften entstehen bekanntlich gute Freundschaften. So haben wir Kal untereinander st\u00e4ndig am Kicker und machen uns lustig \u00fcber seine dummen Bemerkungen, Erz\u00e4hlungen und Aktionen.<\/p>\n<p>Gestern Abend war Roy mit der Family in Samara bei einem Rodeo. Weil er ausgehen konnte, d\u00fcrfen wir heute Vormittag zu einem benachbarten Strand gehen. Anfangs ist der Marsch dorthin noch in Ordnung, weil wir einfach nur den Strand entlang laufen. Dann m\u00fcssen wir \u00fcber scharfe Felsen um\u2018s Eck gehen, um in die n\u00e4chste Lagune zu kommen. Der Weg \u00fcber die Felsen zieht sich, weil wir nur langsam voran kommen. Dann die Ern\u00fcchterung: Wir m\u00fcssen noch viel weiter auf den bl\u00f6den Felsen laufen. Der Strand ist weiter entfernt als gedacht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1463 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1446.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1446.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1446-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1446-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1446-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>\u201ePlaya Barrigona\u201c bedeutet \u00fcbersetzt \u201egro\u00dfer Bauch\u201c-Strand. Hierher haben wir es nun endlich geschafft. Es ist kaum jemand da, es gibt hellen Sand und au\u00dferdem sch\u00f6ne Palmen, die Schatten spenden. Wunderbar! Im Moment f\u00fchlt es sich an, als h\u00e4tte sich der beschwerliche Weg hierher gelohnt. Wir schmeissen uns ins Wasser uns genie\u00dfen das warme Wasser, w\u00e4hrend Pelikane in unmittelbarer N\u00e4he nach Fischen suchen und sich mit ihren Schn\u00e4beln voraus ins Wasser fallen lassen. Es ist das erste Mal, dass ich ein Gef\u00fchl versp\u00fcre, dass ich mit dem allgegenw\u00e4rtigen Ausdruck der Ticos \u201ePura Vida\u201c beschreiben w\u00fcrde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1464\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1451.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1451.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1451-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1451-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1451-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Leider k\u00f6nnen wir nicht so lange bleiben, da der Fu\u00dfmarsch zum \u201eBig Belly Beach\u201c so lange dauert. Also bleiben uns nach dem Baden nur ungef\u00e4hr 20 Minuten, bevor wir uns wieder auf den R\u00fcckweg machen. Als wir wieder um\u2018s laaange Eck gehen, sind wir der Meinung, wir sollten das Camp auf den anderen Strand verlegen &#8211; ungeachtet der Tatsache, dass dort keine Schildkr\u00f6ten hinkommen bzw. sicher nicht so viele.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1465\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1452.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1452.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1452-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1452-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1452-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Roy entschuldigt sich erneut bei mir und meint, dass er heute meine Nachtschicht \u00fcbernehmen wird. Na wenigstens was. Lieber w\u00e4r\u2018 mir, er w\u00fcrde mir die zweite Surfstunde schenken, doch das wird sicher nicht passieren. Roy, seines Zeichens Sparmeister, l\u00e4sst sicher keinen Dollar aus. Roy h\u00e4tte heute von Daniel abgel\u00f6st werden sollen, doch sein Kollege kommt nicht. Wir verschieben die f\u00fcr heute geplante Surfstunde auf morgen, weil er eh noch dableiben muss, was mir sehr recht ist! Ich bin n\u00e4mlich m\u00fcde und abgebrannt von der Sonne.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1466\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1405.jpg\" width=\"1500\" height=\"844\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1405.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1405-300x169.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1405-768x432.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1405-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Recht ist uns auch ein weiteres Ereignis, das Lottie, Mati und mich gl\u00fccklich stimmt. Kal reist ab! Ich habe heute Morgen mit Roy gesprochen und ihn gefragt, was mit Kal nicht stimmt und warum er nichts tut und ich war auch noch so frech und habe ihn gefragt, ob er denn hier gratis wohnen kann. Roy meinte, er wei\u00df selbst nicht was mit dem Kerl los ist, doch er habe bereits mit ihm gesprochen. Wenn er nicht arbeitet, kann er nicht hier bleiben. Nun, wenn er mich fragt, h\u00e4tte er schon am zweiten Tag verschwinden m\u00fcssen. Ein paar Minuten sp\u00e4ter schnappt Kal seinen Rucksack und geht seines Weges.<\/p>\n<blockquote><p>Wiederschaun!<\/p><\/blockquote>\n<p>Mati besch\u00e4ftigt sich in seiner Freizeit mit Tarot-Karten. Wir haben schon die letzte Tage immer wieder h\u00e4ppchenweise dar\u00fcber gesprochen. Nun wollen Lottie und ich, dass uns Mati die Karten legt und liest. Zuerst ist Lottie an der Reihe. Ich warte inzwischen in der H\u00e4ngematte und schreibe am Blogeintrag weiter. Nach einer Viertelstunde ist sie fertig und Mati sagt mir, dass ich jetzt gerne kommen kann.<\/p>\n<p>Mati hat vor sich ein rotes Tuch ausgebreitet, worauf er einen Kartenstapel legt. Ich muss den Stapel dritteln, wonach Mati die einzelnen Stapel wieder zusammenlegt und ein letztes Mal mischt. Er beginnt drei Reihen von Karten zu legen, die meine Vorschau f\u00fcr das Jahr 2018 werden sollen. In der ersten und auch in der letzten Reihe liegt jeweils nur eine einzige Karte. Die obere Karte ist wie die \u00dcberschrift bzw. das Grundthema zu deuten und die untere Karte beschriebt die allgemeine Kraft, die hinter jeder der vier Karten steckt, die er in der mittleren Reihe aufgelegt hat. Diese vier Karten stehen f\u00fcr die Quartale des Jahres. Ich werde nicht auf jede seiner Deutungen n\u00e4her eingehen, aber ich verrate, dass der positive Tenor, der hinter allen Karten steckt, eine gute Aussicht ist! Ich muss sagen, dass Mati das sehr gut gemacht und sich unheimlich viel Wissen \u00fcber die Deutung jeder einzelnen Karte angeeignet hat, sowie Mythologien, die in einigen Kartenbildern miteingebaut sind, ordentlich studiert haben muss. Es war eine total interessante Erfahrung. Mati bietet mir an, dass wir in den n\u00e4chsten Tagen gerne noch eine Session machen k\u00f6nnen, in der ich spezifische Fragen stellen kann, dessen Antworten er dann mittels Karten deutet. Vielleicht komme ich darauf zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1467\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1409.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1409.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1409-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1409-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1409-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Eigentlich habe ich heute keine Nachtschicht, kann aber trotzdem nicht schlafen. Ich hau\u2018 mich mit Musik im Ohr in die H\u00e4ngematte und genie\u00dfe das Ambiente des abnehmenden Mondes, der hinter mir durch die Wolkendecke schaut.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1468 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1475.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1475.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1475-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1475-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1475-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>In der Nacht werde ich oft munter. Ich habe ja mein Bett mit Moskitonetzen komplett umwickelt, um mich vor den Viechern zu sch\u00fctzen. Es ist jeder Schlitz verschlossen, sodass kein Tier rein kommt. Das bedeutet aber auch, dass wenn eine Gelse mit mir reingekommen ist, sie auch nicht wieder raus kann. Nat\u00fcrlich ist genau das passiert. Ich werde jede viertel oder halbe Stunde munter und bin deswegen nicht gerade der Fitteste am Morgen, wenn auch der erste unten.<\/p>\n<p>Heute werden Nester ausgegraben, um zu sehen, ob noch versp\u00e4tet Junge geschl\u00fcpft sind und um die Eier und Eierschalen heraus zu holen. Bei mir sind leider wieder Babies dabei, aus denen schon die Maden rauskriechen. Aber auch eine Handvoll lebendiger Schildkr\u00f6ten. Zwischendurch m\u00fcssen wir vom Fluss eine Lieferung Gem\u00fcse und Fr\u00fcchte abholen. Danach ist noch f\u00fcr jeden ein Nest auszugraben und dann gibt es schon Fr\u00fchst\u00fcck. Mir ist schon in den letzten beiden Tagen aufgefallen, dass Dom immer mehr die Rippen rauskommen. Safira schaut noch gut aus. Ich spreche Mati darauf an und er erkl\u00e4rt, dass der Reis zur Neige geht und deswegen keine Extraportionen f\u00fcr die Hunde gekocht werden k\u00f6nnen. Dom tut mir so leid, dass ich ab nun immer einen Teil meines Essens \u00fcberlasse und in seinen Napf gebe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1469\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1476.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1476.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1476-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1476-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1476-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Ich bin dran, den Abwasch zu erledigen. Da ich gestern den Boden in den Schlafr\u00e4umen nicht gekehrt habe, nehme ich Lottie diese Arbeit heute ab. Dazu kommt noch Klo putzen, das heute sowieso meine Aufgabe gewesen w\u00e4re. Bis zum Mittagessen hau ich mich noch eineinhalb Stunden auf\u2018s Ohr. In der Zwischenzeit geht Mati ans Ende des Strandes, um Trinkwasser von einem Hahn, der an die allgemeine Wasserversorgung angeschlossen ist, nachrinnen zu lassen. Das dauert eine Weile. Ich bin doch schon fr\u00fcher wieder aufgestanden, weil ich eh nicht ordentlich schlafen kann und so bekommen Lottie und ich die Aufgabe, Roy entgegen zu gehen, der gerade vom Fluss her kommt. Er war in Samara und hat Fleisch und Eisw\u00fcrfel gekauft. Sein Freund, der hier \u00f6fter zum Surfen herkommt, isst heute gemeinsam mit seiner Freundin auch bei uns. Sie haben uns auch beim Tragen geholfen und schneiden Gem\u00fcse f\u00fcr das Mittagessen.<\/p>\n<p>Am Nachmittag tauschen Lottie und ich unsere Schicht, weil Roy mit mir die letzte Surfstunde machen m\u00f6chte. Er borgt mir ein Surfshirt und h\u00e4ndigt ein baugleiches Board wie vorgestern aus. Am Strand sind schon eine Handvoll Personen im Wasser, zu denen wir uns auch gesellen. Roy ist heute mit dem Boogie-Board mit dabei, weil wir ein kleines St\u00fcck weiter raus gehen. Die erste Welle versemmel ich komplett: Nase eingetaucht, abgeworfen. Ich bin immer noch nicht 100-%-ig fit und f\u00fchle mich nach kurzer Zeit schon total erledigt. Diesmal muss ich n\u00e4mlich am Board liegen und nach drau\u00dfen paddeln. Das ist als Untrainierter der blanke Horror f\u00fcr den Oberk\u00f6rper. So schleppe ich mich wieder und wieder nach drau\u00dfen, um vielleicht eine gute Wellen zu erwischen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1470\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6412.jpg\" width=\"1500\" height=\"996\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6412.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6412-300x199.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6412-768x510.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6412-1024x680.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Die Auswahl ist heute nicht gerade gro\u00df &#8211; das Wasser eher flach. Es gibt in einer viertel Stunde vielleicht eine Welle, der dann sofort drei folgen. Die anderen drei sind aber unm\u00f6glich zu nehmen, da man ja gerade mit der ersten im Idealfall fast bis zum Strand geritten ist. Das schaffe ich heute ungef\u00e4hr sechs Mal, nicht \u00f6fter. So traurig es ist, aber mir fehlt echt die Kraft. Und weil es momentan so wenig Wellen gibt, muss ich sogar zum Strand zur\u00fcck paddeln, bevor ich aus dem Wasser gehe. Ich hoffe auf bessere Konditionen und Kondition morgen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1471 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6435-1.jpg\" width=\"1500\" height=\"996\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6435-1.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6435-1-300x199.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6435-1-768x510.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/imgp6435-1-1024x680.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Abends gibt es &#8211; schau einer an &#8211; Reis und Bohnen! Dazu Kartoffeln, um den Kohlehydratlevel in den dunkelroten Bereich zu drehen. Heute soll die Abl\u00f6se f\u00fcr Roy kommen, doch die l\u00e4sst auf sich warten. Als es schon finster ist, muss Mati ausr\u00fccken. Daniel wartet am Fluss, kann aber nicht r\u00fcber, weil gerade Flut ist. Er muss also hingehen und mit dem camp-eigenen Kajak seinen Kollegen von der anderen Flussseite abholen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1473 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1479.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1479.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1479-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1479-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1479-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Als Mati wieder zur\u00fcckkommt, hat er zu berichten, dass ein Krokodil in der Mitte des Flusses auf ihn gewartet hat. Er querte trotzdem und Schnappi ging auf Tauchstation. Als er mit der Lampe in die B\u00fcsche am Flussufer leuchtete, reflektierten sechs Augenpaare retour. Mati hatte zu Recht alle Zust\u00e4nde, doch er und Daniel kommen wohlauf im Camp an.<\/p>\n<p>Eine Stunde nach Ankunft liege ich gerade in der H\u00e4ngematte und schreibe. Pl\u00f6tzlich kommt die j\u00fcngere der beiden M\u00e4dels zu mir und umarmt mich. Sie verabschiedet sich von mir. Auch der Rest ist gekommen. Sie m\u00f6chten jetzt gleich abreissen und nicht wie geplant erst morgen gegen Mittag. So kommt auch Roy, der sich f\u00fcr meine Arbeit im Camp bedankt und mir das Surfboard f\u00fcr den Rest der Woche zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/img_1434.jpg\" \/><\/p>\n<p>Als die f\u00fcnf weg sind, kommt Daniel zu mir und wir haben seichten Smalltalk. Ich kann leider kein Spanisch und er kann nicht so gut Englisch. So bin ich bald wieder alleine und kann den jetzigen Beitrag finalisieren. Dom und Safira liegen neben mir und sorgen daf\u00fcr, dass die K\u00fche, die vom Gehege hinter dem Camp ausgebrochen sind und jetzt auf der Vorderseite grasen, nicht zu nahe kommen. W\u00e4hrend ich hier liege, habe ich nicht einmal mitbekommen, dass Daniel die Brutst\u00e4tte in seiner Drei-Stunden-Schicht gecheckt h\u00e4tte. Ich hoffe, er ist ein bisschen engagierter. Viel mehr w\u00fcnsche ich mir, dass wir morgen nach Samara gehen d\u00fcrfen. Ich muss unbedingt eine Schnur kaufen, sonst wird\u2018s mit dem Sessel wirklich nix mehr. Au\u00dferdem h\u00e4tte ich wieder gerne Pizza, weil wir im Camp nichts aus Teig bekommen. Dazu kommt, dass mein Gummib\u00e4renvorrat absolut ersch\u00f6pft ist. Wie soll man so zum Schildkr\u00f6tenerhalt beitragen?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist der letzte Tag im Jahr und wir d\u00fcrfen heute aufstehen, wann wir wollen. Keine Morgenarbeit. 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