{"id":1410,"date":"2017-12-28T17:08:17","date_gmt":"2017-12-28T16:08:17","guid":{"rendered":"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/?p=1410"},"modified":"2022-01-27T16:47:02","modified_gmt":"2022-01-27T15:47:02","slug":"%f0%9f%92%aa%f0%9f%8f%bc-ich-hausmann-und-hebamme","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/2017\/12\/28\/%f0%9f%92%aa%f0%9f%8f%bc-ich-hausmann-und-hebamme\/","title":{"rendered":"\ud83d\udcaa\ud83c\udffc Ich, Hausmann und Hebamme"},"content":{"rendered":"<p>Der Tag im Camp beginnt fr\u00fch, weil wir anstrengende Arbeiten nur in den k\u00fchlen Morgenstunden machen k\u00f6nnen. Um halb sechs treffen wir uns herunten und trinken erst einmal einen Kaffee. Der wird durch einen Textilbeutel gefiltert. Vielleicht war das mal eine Socke &#8211; wer wei\u00df. Ich find\u2018s lustig und der Kaffee schmeckt gut. Mathias sagt, dass wir heute ein k\u00fcnstliches Nest ausheben und f\u00fcr weitere Eiablagen gewappnet zu sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1402 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1279.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1279.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1279-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1279-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1279-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p><!--more-->Dazu schnappen wir uns eine Schaufel und S\u00e4cke aus Nylongewebe. In der zweiten Brutst\u00e4tte, die gleich neben der ersten liegt, sind die Felder im Raster mit einem Holzstock gekennzeichnet, die eine Erneuerung brauchen. Es muss ungef\u00e4hr ein ein Meter breites und ein Meter tiefes Loch ausgehoben werden. Den alten Sand bringen wir in den S\u00e4cken zum Abhang, der zum Strand abf\u00e4llt. Obwohl die Arbeit anstrengend ist, greift Chloe beim Schleppen der S\u00e4cke ordentlich mit an. Mathias gr\u00e4bt das Loch und ich schleppe auch wie Chloe die S\u00e4cke.<\/p>\n<p>Nachdem das Loch gro\u00df genug ist, m\u00fcssen wir es mit frischem Sand vom Strand auff\u00fcllen. Dies geschieht aus dem Grund, weil im Sand Reste eines alten Nests sein k\u00f6nnen und au\u00dferdem sind im Sand keine N\u00e4hrstoffe mehr enthalten, die in nat\u00fcrlichen Nestern, die die Schildkr\u00f6ten direkt am Strand graben, automatisch vom Meerwasser nachgeschwemmt werden. Es ist ein recht weiter Weg vom Strand bis zur Brutst\u00e4tte, deswegen geht sich mit drei arbeitenden Personen nur ein Nest an einem Morgen aus. In der Hochsaison schafft man bis zu f\u00fcnf, aber da sind viel mehr Freiwillige am Werk. Momentan gibts nur Chloe und mich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1243-1.jpg\" \/><\/p>\n<p>Nach der Arbeit gibt es Fr\u00fchst\u00fcck. Carolina hat Reis mit Bohnen und Eierspeis gekocht. Die Verpflegung ist objektiv betrachtet super, weil es drei Mal am Tag etwas warmes auf den Teller gibt. Subjektiv betrachtet muss ich sagen, dass es mir bisher auch immer ganz gut geschmeckt hat. F\u00fcr die technisch einfachen K\u00fcchenbedingungen passt es ganz gut. Danach beginnen die Schichten. Diese sind heute folgenderma\u00dfen eingeteilt, wobei die Zeiten t\u00e4glich gleich bleiben und die Personen im Rad weiterr\u00fccken:<\/p>\n<p><strong>06:00 &#8211; 08:00 Allgemeine To-Do\u2018s wie z.B. Nester herrichten<\/strong><\/p>\n<p><strong>08:00 &#8211; 10:00 Carolina<\/strong><\/p>\n<p><strong>10:00 &#8211; 12:00 Mathias<\/strong><\/p>\n<p><strong>12:00 &#8211; 14:00 Chloe<\/strong><\/p>\n<p><strong>14:00 &#8211; 16:00 Paul<\/strong><\/p>\n<p><strong>16:00 &#8211; 18:00 Mathias<\/strong><\/p>\n<p><strong>18:00 &#8211; 21:00 Chloe<\/strong><\/p>\n<p><strong>21:00 &#8211; 00:00 Paul<\/strong><\/p>\n<p><strong>00:00 &#8211; 03:00 Roy<\/strong><\/p>\n<p><strong>03:00 &#8211; 06:00 Mathias<\/strong><\/p>\n<p>In den Schichten beobachten wir im 15 Minuten Rhythmus die Nester und wenn sich etwas tut, beginnt der Prozess des Freilassens. Ihr seht, die Nester werden rund um die Uhr bewacht und beobachtet. Dazu zu sagen ist noch, dass in der Zeit, in der fr\u00fch morgens gearbeitet wird, einfach jemand, der gerade in der N\u00e4he ist, zu den Nestern hinschaut.<\/p>\n<p>Der Vormittag und Mittag ist es recht ruhig bei den Schildkr\u00f6ten. In der Nacht hatte Chloe \u00fcber 60 Babies, jetzt am Vormittag waren es gesamt nur 15 St\u00fcck. Am Nachmittag gehen wir unseren t\u00e4glichen Haushaltspflichten nach. Ich wurde heute zum Boden rechen eingeteilt. Weil der Boden nur an wenigen Stellen betoniert ist, und sonst nur aus Sand und Kiesel besteht, schaut das S\u00e4ubern eben so aus. Sonst passiert eigentlich nicht viel. Deswegen lege ich mich am sp\u00e4ten Nachmittag schlafen, um bei meiner Schicht von neun bis Mitternacht fit zu sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1404 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1246-1.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1246-1.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1246-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1246-1-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1246-1-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Als ich munter werde und nach unten gehe, staune ich nicht schlecht. Chloe hatte in ihrer Schicht zuvor 84 Babies auf einmal aus dem Nest geholt. Wow! Das ist eine ganze Menge. Ein bisschen neidisch bin ich da schon.<\/p>\n<p>Ich bin eine viertel Stunde fr\u00fcher dran, schicke Chloe aber trotzdem ins Bett. Bewaffnet mit Stirn- und Taschenlampe, gehe ich gem\u00fctlich zu den Nestern. Das Schildkr\u00f6tenbaby-Bingo ist er\u00f6ffnet! \u201e46 in B11, B elf!\u201c Das f\u00e4ngt ja gut an! Und weiter geht es auch ordentlich in anderen Nestern mit 22, 13, 47 und sieben St\u00fcck. W\u00e4hrend ich die 47 St\u00fcck freilasse, steht eine zehnk\u00f6pfige, kalifornische Familie samt Kinder neben und hinter mir. Sie wissen, dass an diesem Strand nachts die Schildkr\u00f6ten kommen und sind deswegen hier unterwegs. \u201eBitte nur schauen, nicht angreifen!\u201c, sage ich, aber sie sind eh sehr brav und vor allem interessiert. Fragen \u00fcber Fragen stellen sie mir und ich bin erstaunt, dass ich schon ein bisschen was erz\u00e4hlen kann. Nach der Fragestunde muss ich ihnen aber beichten, dass ich erst den zweiten Tag hier bin. Dabei muss ich selber lachen. Da ich mich leider beim Herausnehmen aus dem Nest verz\u00e4hlt habe, gibts gleich eine Aufgabe f\u00fcr die Schaulustigen. \u201eBitte alle mitz\u00e4hlen!\u201c &#8211; sie gehorchen und z\u00e4hlen mit mir gemeinsam die Jungen, die ich nach der Reihe aus dem K\u00fcbel hole und auf den feuchten Sand setze.<\/p>\n<p>So gehe ich wieder zur\u00fcck ins Camp und trage die korrekte Anzahl auf der Tabelle am Whiteboard ein. Jetzt muss ich aber schnell wieder nach oben schauen, da das Rausz\u00e4hlen etwas l\u00e4nger gedauert hat. Nun hat das Baby-Bingo im Feld H9 zugeschlagen. Mich trifft fast der Schlag &#8211; das Gehege ist bumm-voll. Bei Hinschauen denke ich mir, die 84 von Chloe sollten schaffbar sein. Ich \u00f6ffne das Netz und beginne die Kleinen beim Herausheben zu z\u00e4hlen. Bei 80 tut mir schon der Arm weh und es ist vollkommen klar, dass die Gesamtmenge jenseits Chloes 84 liegen wird. Unglaublich, aber in meiner zweiten Nacht der Nebensaison z\u00e4hle ich in diesem einzigen Nest 103 Spr\u00f6sslinge. Mit diesem Highlight kann ich die Schicht an Roy \u00fcbergeben, der ab jetzt die Verantwortung \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>Die Abl\u00f6se gibt mir die M\u00f6glichkeit, zu versuchen den Sternenhimmel zu fotografieren. Nachdem der Mond hinter den Klippen n\u00f6rdlich des Strandes verschwunden ist, kann man pl\u00f6tzlich die Sterne sehr klar sehen. Es sind auch einige mehr sichtbar. In der Umgebung gibt es keine Lichtverschmutzung von Stra\u00dfenbeleuchtungen, Hochh\u00e4usern oder Autoscheinwerfern, was die Sicht auf den Sternenhimmel um einen hohen Faktor verbessert bzw. erst m\u00f6glich macht. Selbst die Milchstra\u00dfe ist klar erkennbar. Sie scheint so knapp vor mir zu liegen, wie die Bahnstrecke vor dem Apartment der Blues Brothers. Ich dr\u00fccke zwei oder drei mal ab und gehe dann schlafen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1405 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1252-1.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1252-1.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1252-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1252-1-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1252-1-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen stellt sich heraus, dass innerhalb der letzten 24 Stunden \u00fcber 500 Schildkr\u00f6tenbabies zum Strand gebracht wurden. Es war wirklich eine Nacht, in der jeder gut zu tun hatte. Heute ist wieder Loch graben und zusch\u00fctten angesagt. Wir sind so wie gestern schon fr\u00fch am Werken, weil es uns sp\u00e4ter nach vier Handgriffen umhauen w\u00fcrde. Heute f\u00e4llt es mir ein bisschen schwerer; ich wei\u00df nicht woran es liegt. Aber die Arbeit wird trotzdem erledigt und wir haben uns das Fr\u00fchst\u00fcck redlich verdient.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1406 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1266.jpg\" width=\"1500\" height=\"1124\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1266.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1266-300x225.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1266-768x575.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1266-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Als wir die Sachen niederlegen, bekommen wir Bescheid, dass wir zum Fluss gehen sollen, um Gem\u00fcse zu holen. Jemand kommt dort hin und \u00fcbergibt uns die Lieferung. Gesagt &#8211; getan! Chloe, Mathias und ich brechen mit unseren Rucks\u00e4cken am R\u00fccken auf und gehen den Strand entlang zum Fluss. Es ist der Fluss mit den Krokodilen. Wir gehen \u00fcber die Kuppe und da sehe ich, dass nahezu das komplette Flussbett \u00fcberschwemmt ist. Weil der Fluss ins Meer m\u00fcndet und sich Salz- mit S\u00fc\u00dfwasser mischt, ist der Fluss auch den Gezeiten ausgesetzt. Was machen wir jetzt?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich nachdenke, ist Mathias schon drinnen und beginnt durch das bis \u00fcber die Knie hohe Wasser zu waten. Ich erz\u00e4hle Chloe von der Kroko-Story, die ich in den Blog geschrieben habe und dass ich w\u00e4hrend dieser Aktion vielleicht nicht mehr schmettern muss. Als ich mit ihr rede schaut sie ebenso mit gro\u00dfen Augen auf Mathias. Naja, hilft nix. Besser Mathias vertrauen, schlie\u00dflich ist er schon ein halbes Jahr hier und geht bis zu zwei Mal in der Woche (Hochsaison mit vielen Freiwilligen) durch den Fluss, um Nahrungsmittel zu holen. Also wir hinterher.<\/p>\n<p>Dr\u00fcben warten wir auf den Lieferanten, der eine halbe Stunde auf sich warten l\u00e4sst. Als er da ist, \u00f6ffnet er die Hintert\u00fcre zur Ladefl\u00e4che seines kleinen Lieferautos. Zwei Kisten sind f\u00fcr uns reserviert und wir teilen den Inhalt auf unsere Rucks\u00e4cke auf. Zur\u00fcck gehen wir genau so, wie wir gekommen sind.<\/p>\n<blockquote><p>Chloe, we survived. Two times!<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Camp gibt es dann endlich Fr\u00fchst\u00fcck. Chloe braucht es am dringendsten, denn ich musste ihr vorhin schon meinen Japan-Waffelkeks zum Aufpeppen ihres Zuckerspiegels \u00fcberlassen. Schade drum, aber ich bin froh, dass sie uns nicht zusammengekippt ist. Nachdem wir gegessen haben gehe ich zum kleinen Unterstand, der vor dem Camp liegt. Von hier aus kann man wie ein Rettungsschwimmer auf den ganzen Strandbereich sehen. Ich bin aber unter anderem auch hier, weil ich den besten Handyempfang habe. \u201eDen besten\u201c muss man relativ sehen, da mir das Hochladen vom vorherigen Beitrag circa eine Stunde gekostet hat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1407 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/org_dsc00117-1.jpg\" width=\"1500\" height=\"998\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/org_dsc00117-1.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/org_dsc00117-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/org_dsc00117-1-768x511.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/org_dsc00117-1-1024x681.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1409 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1245-1.jpg\" width=\"1500\" height=\"844\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1245-1.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1245-1-300x169.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1245-1-768x432.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1245-1-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Lange kann ich nicht mit dem Handy herumspielen, da kommt Mathias mit der n\u00e4chsten Mission. Roy ist zuvor nach Samara gegangen, um Besorgungen zu machen. Wir sollen ihm etwas abnehmen und au\u00dferdem die leere Gasflasche gleich zum Austauschen mitnehmen. Wir lassen Chloe hier und gehen nur zu zweit. Roy l\u00e4sst auf sich warten, weil in Samara in jedem Gesch\u00e4ft so viel los ist. Inzwischen ist er jedoch gekommen. Ich schultere die Gasflasche und die anderen beiden, Mathias und Roy, k\u00fcmmern sich um den Rest. Ich darf und kann gl\u00fccklicherweise mitteilen, dass wir erneut \u00fcberlebt haben. Wir mussten n\u00e4mlich wieder durch den Fluss.<\/p>\n<p>Im Camp gibt es zwei Hunde: &#8220;Safira&#8221;, das \u00e4ltere M\u00e4dl und ihren Sohn &#8220;Dom&#8221;. Safira ist eine wiffe und nette Dame, auf sie muss man nicht so aufpassen. Dom hingegen ist ein gro\u00df gewachsener, aber liebensw\u00fcrdiger Dummbatz. Der Lack\u2018l hat einen Riesensch\u00e4del und Pranken, fast so gro\u00df wie meine H\u00e4nde. Wenn die K\u00fche kommen, die von Zeit zu Zeit hinter dem Camp weiden, muss er angekettet werden. Er l\u00e4uft sonst zu den mehrfach gr\u00f6\u00dferen und st\u00e4rkeren Tieren und versucht sie zu verscheuchen. Safira ist eher der stille Kumpel-Typ. Sie hat uns beim Gasflasche holen begleitet, mit uns den Fluss \u00fcberquert und neben uns brav auf Roy gewartet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1413\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1267.jpg\" width=\"1124\" height=\"1500\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1267.jpg 1124w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1267-225x300.jpg 225w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1267-768x1025.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1267-767x1024.jpg 767w\" sizes=\"(max-width: 1124px) 100vw, 1124px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1412 size-full\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1249-1.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1249-1.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1249-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1249-1-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1249-1-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Mittagessen packt mich die Lust, etwas zu bauen. Ich habe in den letzten Tagen nachgedacht, dass eigentlich nur ein Sessel im Camp fehlt. Es gibt nichts, wo man sich ordentlich anlehnen kann &#8211; nur B\u00e4nke. Deswegen mache ich mich trotz Mittagshitze auf den Weg, das Treibholz am Strand auf passendes Material zu durchsuchen. Wie genau der Sessel ausschauen soll, wei\u00df ich noch nicht. Ich gehe ein St\u00fcck und beschlie\u00dfe, erst einmal die Sitzfl\u00e4che zu bauen. dazu suche ich kurze Holzst\u00fccke mit gleicher L\u00e4nge, um sie aneinander reihen zu k\u00f6nnen. Ich bringe meinen Fund ins Camp und schw\u00e4rme gleich wieder aus. Ich braucht etwas, um die Holzst\u00fccke zusammen zu binden. Am M\u00fcllplatz werde ich f\u00fcndig und nehme die geeignete Schnur mit. Nach einem Fehlversuch wei\u00df ich jetzt, wie es am besten zusammengebunden wird und setze es um. Ich bin ganz zufrieden mit der heutigen Leistung. Leider wei\u00df ich nicht, wie ich weitermachen soll, daher h\u00f6re ich f\u00fcr heute auf. Vielleicht f\u00e4llt mir morgen etwas ein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1408\" src=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1250-1.jpg\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1250-1.jpg 1500w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1250-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1250-1-768x512.jpg 768w, http:\/\/paulgrill.com\/reise\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/img_1250-1-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Es gibt Aufgaben im Camp, die nur jeden Mittwoch erledigt werden. Dazu geh\u00f6rt es, den Gaskocher in der K\u00fcche zu putzen. Das ist meine Aufgabe heute. Es dauert ewig, den verwinkelten Kocher mit der Dreifach-Flamme abzuschrubben, auszuwischen und abzusp\u00fclen. Aber auch das geht vorbei. Nach dem Abendessen bin ich mit Abwaschen dran, doch so schnell wie ich mit dem Essen fertig bin, sind Roy und die Kinder nicht. Es ist bereits dunkel und ich gehe zum Aussichtspunkt, wo ich mich ein bisschen auf die Bank lege. Nach einer halben Stunde kann ich mit dem Abwasch beginnen, doch es ist bereits komplett dunkel. Ich sollte auch noch den Biomist auf die Wiese hinter dem Camp bringen, aber zu dieser Zeit w\u00fcrde ich mindestens 100 Einsiedlerkrebse pro Richtung zertreten. Deswegen lasse ich es bleiben und leg\u2018 mich schlafen.<\/p>\n<p>Meine Nachtschicht beginnt um Mitternacht und dauert bis 03:00 Uhr. Wieder bin ich gut Ausgelastet und es tut sich einiges. Die Zeit vergeht recht flott und ich habe nebenbei ein wenig Luft, um endlich am Blogeintrag weiter zu schreiben. Roy l\u00f6st mich um 03:00 Uhr ab. Ich bin froh, denn der heutige Tag hat mich ordentlich m\u00fcde gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag im Camp beginnt fr\u00fch, weil wir anstrengende Arbeiten nur in den k\u00fchlen Morgenstunden machen k\u00f6nnen. Um halb sechs treffen wir uns herunten und trinken erst einmal einen Kaffee. Der wird durch einen Textilbeutel gefiltert. Vielleicht war das mal eine Socke &#8211; wer wei\u00df. Ich find\u2018s lustig und der Kaffee schmeckt gut. 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