🇯🇵 Japan, ein Resümee

Japan ist, wo Moderne und tausende Jahre alte Tradition im perfekten Einklang den Alltag bestimmen. Die japanische Kultur war mir schon im Vorhinein sympathisch, sonst hätte ich das Land nicht auf meinen Reiseplan gesetzt. Dass Sörs mit von der Partie ist, freut mich ganz besonders.

Ich habe gestern noch bis um 3:20 Uhr den Beitrag für die letzten beiden Tage zusammengeschrieben und online gestellt. Ich entschuldige mich für die Tippfehler, ich war wohl nicht mehr so fit mit Geist und Motorik. Trotzdem bin ich nicht so stark müde; vielleicht habe ich zwar nicht lange, aber dafür tiefer geschlafen. Die Tuchend ist so dick, dass ich mir heute Nacht den Bademantel angezogen habe – der war dann meine Decke.

Ein letztes Mal frühstücken im zugehörigen Kaffeehaus. Für Sörs gibt es ein Sandwich und ich wähle erneut die Minestrone mit Toastbrot. Nun sind wir fit für den letzten Tag in Nippon. Gut, dass mir einfällt, eine Sache noch nicht erledigt zu haben. Wir möchten uns nämlich Essstäbchen kaufen! Es gibt dafür eigene Geschäfte, die alles rund um das Asiatische Besteck anbieten. Wir fragen Google, wo das nächste Geschäft liegt und finden eines nahe der Tokyo Station. Mit der U-Bahn ist es nicht weit von unserem Hotel. Also checken wir aus und fahren dorthin.

Der Laden ist im vierten Stocke eines Einkaufszentrums. Groß ist die Verkaufsfläche nicht gerade, aber für Essstäbchen bracht man nicht viel Platz. Die Auswahl ist riesengroß! Verschiedene Kombinationen aus Farbe, Form, Material, Länge und Preis machen es uns nicht einfach.

Gleich beim Hineingehen habe ich auf ein Stäbchenpaar gegriffen, zu dem ich nach einem Rundgang schlussendlich zurückkomme und sie kaufe. Mit knappen 40 Euro liegen die Stäbchen im unteren Preissegment des gesamten Angebots.

Ich frage die Verkäuferin, wo die teuersten Stäbchen liegen und sie deutet auf eine versperrte Kiste. Ich geh‘ die zwei Schritte dort hin und muss zweimal hinschauen. 250.000 Yen für das teuerste Paar in der Glaskiste – das sind umgerechnet fast 3.000 Euro. Ohne Steuer! Die kommt dann noch dazu. Plötzlich kommt mir der Preis meiner wie ein Schnäppchen vor.

Sörs ist vom Angebot überwältigt und kann sich nicht entscheiden. Ich versuche, ihn bei der Entscheidungshilfe zu unterstützen, aber als die Verkäuferin das Dilemma erkennt, ist sie hilfsbereit zur Stelle. Es dauert nur zwei Minuten, da ist Sörs überzeugt, die richtigen Stäbchen gefunden zu haben. Er geht zur Kassa und wir beide sind mit unseren Käufen zufrieden.

Dieses war der letzte Streich. Ich muss zur Bahnsation und schön langsam zum Flughafen. Im Büro der „JR Line“ kaufe ich ein Ticket für eine Schnellverbindung zum Flughafen. Sörs nimmt eines nach Akihabara, wo wir gestern schon waren. Er möchte sich gerne noch ein bisschen umsehen. Hinter den Eingängen zum Stationsbereich trennen sich unsere Wege. Wir verabschieden uns, wünschen uns frohe Weihnachten und einen guten Rutsch.

Lieber Sörs, es war eine tolle Woche in einer komplett anderen Kultur und in zwei verrückten Städten. Ich bin sehr froh, dass ich mit dir gemeinsam eine Woche am Stück verbringen konnte, da wir uns ja zuhause nicht so oft sehen, wie wir eigentlich wollen. Ich wünsche dir nochmal eine gute Heimreise! Du hast dich diese Woche perfekt auf die Weihnachtsvöllerei vorbereitet, also kannst du die nächsten Tage gelassen weiter Whisky, Schweinsbraten und Vanillekipferl verkosten. Nur Kobe wirst du wahrscheinlich keines serviert bekommen.

Der Narita Express Zug ist schon da und ich sitze bereits auf meinem reservierten Fensterplatz, während ich die Woche noch einmal in Gedanken durchgehe. Wir haben echt viel erlebt in der sehr kurzen Zeit. Am erstaunlichsten für mich ist, dass trotz boomender Megacity ein geordnetes Miteinander herrscht. Die Menschen sind sehr freundlich und wir haben in den vergangenen Tagen in keinster Weise Aggression oder sonstiges ungutes Verhalten beobachtet.

Ich kann nun viel besser verstehen, warum sich der Buchautor Axel Schwab oder Bernies Cousin Philipp so gerne und intensiv mit dieser Kultur beschäftigen oder sie studieren. Die Japaner bringen einem so viel Herzlichkeit entgegen, dass der Abschied wirklich schwer fällt. Sörs und ich haben schon über eine Wiederkehr laut nachgedacht. Aber alles der Reihe nach.

Was nehme ich aus Japan mit?

Eine Regel ist etwas, das einem kreativen Menschen so gar nicht gefällt. Zu viele Regeln bremsen Individualismus und lenken uns in Bahnen, in denen wir dann genau so sind, wie die anderen. Befohlener Mainstream. Doch Japan beweist, dass Regeln, die Sinn machen, den Alltag um einiges angenehmer gestalten und ein flüssiges und stressfreies Miteinander ermöglichen. Sind die Japaner deswegen konservative Regelbefolger? Jein, würde ich sagen, aber bestimmt sehr liebenswürdige und lustige Menschen. Hierher kann man gerne noch einmal kommen! Ein Hoch auf Japan und seine Menschen! 🍻

6 Gedanken zu „🇯🇵 Japan, ein Resümee“

  1. Hallöchen Pauli, tolle Zusammenfassung vom “Roten Mond!” DU MACHST AUCH MIR LANGE ZÄHNE.

    Ich bin eine Chaotin und mir fallen Regeln grundsätzlich schwer. Den “österreichischen Induvidualismus” würde ich allerdings eher als Egoismus bezeichnen. Auch wenn das vielleicht hart klingt. KONSEQUENTE REGELN EINZUHALTEN SCHLIEßEN HERZLICHKEIT sicher nicht aus.

    Bin sehr gespannt wie es in Südamerika weitergeht.

    Ich wünsche dir eine wunderbare Anreise und fröhliche Weihnachten!

    HERZLICHST
    Petra Alexandra

  2. Lieber Pauli, ich wünsche Dir aus der Heimat ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für den weiteren Verlauf deiner tollen Reise. Die Erfahrung, die du mit deinen Erlebnissen sammeln kannst, kann dir keine Schule vermitteln und auch niemand mehr wegnehmen.
    Obwohl wahrscheinlich nicht alle glücklich sind, dass du das Weihnachtsfest nicht mit ihnen verbringen kannst, hast du nach meinem Dafürhalten den richtigen Weg gewählt. Du wirst nicht nur an Erfahrung reicher sondern auch auch mit deiner gestärkten Persönlichkeit für die Menschen in deiner Umgebung eine zusätzliche Bereicherung sein.
    Mach so weiter, ich halte dir die Daumen, dass alles klappt.
    LG Hans

    1. Danke Hansi, für die lieben Worte! Ich habe auch das Gefühl, dass es eine gute Entscheidung war. Ich sende Traude und dir ganz liebe Weihnachtsgrüße unter Palmen nach Neutal! Zuhause müssen wir dann ein Achterl trinken! ??‍♂️?????

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